Videos im Web
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Videoportale wie Youtube oder Google Video sind längst keine Spielwiese für fragwürdige Selbstdarsteller mehr. Immer mehr seriöse Anbieter greifen zur Kamera – und mit ein paar Mausklicks stellen auch Sie Ihre eigenen Filme online.

Videoportale als Plattform zur Kundenbindung

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Nie war es einfacher, einen Film zum Nulltarif ins Internet zu stellen. Bei populären Videoportalen wie Youtube genügen wenige Mausklicks, um das eigene Video hochzuladen, damit es andere Nutzer anschauen können. Sogar Nachrichtenseiten wie Spiegel Online reichern ihren Webauftritt mit Videoclips an, Firmen wie Coca Cola nutzen Videoportale als Plattform zur Kundenbindung.

Video-Communitys für Unternehmen

Für interessierte Firmen stehen prinzipiell zwei Möglichkeiten zur Auswahl, eigene Videos ins Web zu bringen: das Hosten und technische Verwalten auf einer eigenen Plattform oder die Kooperation mit einer Video-Community.

Der Einsatz spezieller Videoportale garantiert ihnen, mit ihrer Bewegtbildpräsenz immer auf dem neuesten Stand der technologischen Möglichkeiten zu sein. Schnelle Anbindung, neue Funktionalitäten, darum muss man sich vor Ort nicht kümmern. Der PCpro-Verlag VNU verwendet in Deutschland übrigens Dailymotion.

Und es gibt einen zweiten Grund für den Einsatz einer externen Plattform: Marketing. »Über Dailymotion erreicht PC Professionell Nutzer, die unsere Website gar nicht kennen«, sagt Christian Miessner, Associate Publisher bei VNU. »Diese kommen entweder direkt über die Community oder über eine Suchmaschine. Die Video-Suche funktioniert ja im Endeffekt weiterhin über Text. Durch die Doppelpräsenz des Videos sowohl in unserem Web-Universum als auch auf der Video-Hosting-Plattform bieten wir mehr relevante Suchergebnisse und damit auch mehr Treffermöglichkeiten.«


HD-Videos im Web streamen

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Auch für das Publikum hat diese Art der Darstellung Vorteile. Die Nutzer können das Video bereits nach wenigen Sekunden ansehen, auch wenn die Datei noch nicht komplett geladen ist. Um Verbindungsprobleme zu kompensieren, wartet der Streaming-Server lediglich kurz ab, bis der Puffer gefüllt ist, und startet dann mit der Wiedergabe des Films.

Flash ist in den Videoportalen das verbreitetste Format, doch nicht immer das beste. Wer hochaufgelöste Videos ins Netz stellen will, wird mit Flash nicht glücklich: Die Filme sind zwar nur wenige Megabyte groß, aber auch niedrig aufgelöst. Mini-Bildformate wie 320 x 240 Pixel sind die Regel. Die Webseite DivX Stage 6 streamt dagegen bis zu 2 GByte große High-Definition-Filme mit bis zu 1920 x 1080 Bildpunkten im Browser.

Und was wird aus Youtube?

Anfang Oktober hat Google das Videoportal Youtube übernommen. Für stolze 1,65 Milliarden US-Dollar, und das obwohl man mit Google Video eine eigene Videoplattform betreibt. Die allerdings kann mit Youtube nicht mithalten: Im September kamen Googles Videoseiten den Marktforschern von Hitwise zufolge auf 11 Prozent Marktanteil, Youtube auf 47 Prozent.

Es ist anzunehmen, dass die Videobestände und Community-Funktionen in nächster Zeit zusammengeführt werden.

Welches Geschäftsmodell genau Google Youtube angedeihen lässt, bleibt abzuwarten, denn bislang schlagen sich die exorbitanten Zugriffszahlen nicht in Umsatz nieder. Werbeeinblendungen oder der kommerzielle Filmvertrieb wären nahe liegende Möglichkeiten, doch zunächst stehen weitere Ausgaben an. Weil zahlreiche Clips wegen Urheberrechtsverletzungen gelöscht werden müssen, droht der Videobestand auszudünnen. Folgerichtig bemüht sich Google um Abkommen mit der Musik- und Filmindustrie. Die nötigen Millionen dazu hat der Suchmaschinenbetreiber, dessen Börsenwert mittlerweile den von IBM und Coca Cola übertrifft. Druck, mit Youtube sofort Geld zu verdienen, besteht daher auch nicht, und Google kann seiner Firmenpolitik treu bleiben, Online-Dienste kostenlos anzubieten, um möglichst viele Nutzer zu gewinnen. So gesehen passt Youtube hervorragend zu Google.


Videos hochladen

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Filme anzufertigen, die man auf Videoplattformen veröffentlichen will, ist kein Hexenwerk. Wie leicht das jedermann gelingt, zeigt schon die große Menge an Uploads auf dem derzeit populärsten Portal: Youtube. Dort landen pro Tag mehr als 60 000 neue Videos.

Damit ein Film online erscheint, muss auf der jeweiligen Webseite lediglich ein Benutzerkonto angelegt werden. Das geht recht schnell, denn die Anbieter verlangen meist nur eine gültige E-Mail-Adresse und dass der Benutzer seinen Namen und das Geburtsdatum angibt. Anschließend reicht es, ein Videofile auf der Festplatte per Mausklick auszuwählen, eine kurze Beschreibung und ein paar Tags anzugeben und der Upload beginnt. Aber Vorsicht: Der Film sollte eine Größe von 100 MByte nicht überschreiten, denn dieser Einschränkung unterliegen die Clips bei den meisten Videoportalen. Nur wenige Anbieter akzeptieren auch umfangreichere Videos, etwa Dailymotion oder Stage 6.

Ist der Upload geschafft, dauert es in der Regel nur ein paar Minuten, bis der Film auch online abgespielt werden kann. Je nach Serverauslastung und Umfang des Films kann es unter Umständen jedoch auch mehrere Stunden dauern, worauf die Betreiber dann aber hinweisen. Statistikfunktionen geben später Aufschluss darüber, wie oft die Community die Videoclips angeschaut hat.

Viele Videoformate werden akzeptiert

Was gibt es zu beachten, bevor man Videos hochlädt? Erfreulich wenig, denn die Portale sind bei den Upload-Formaten sehr entgegenkommend: Jeder der vorgestellten Dienste unterstützt das AVI-Format, und auch mit Quicktime- und WMV-Filmen kommt fast jede Webseite zurecht. Per Handy aufgenommene Videos im 3GP-Format akzeptieren beispielsweise Clipfish, Dailymotion und Revver, ohne dass der Anwender sie vorher in ein anderes Format umwandeln muss.


Automatisch zu Flash konvertiert

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Egal, ob ein Video von Camcorder, Handy oder Digitalkamera kommt (siehe dazu auch Artikel ab Seite 128) oder bereits auf der Festplatte liegt: Beim Hochladen auf das Videoportal werden die Clips automatisch ins Flash-Format umgewandelt und, sofern nötig, in ihrer Auflösung angepasst. Die Videofilmchen messen üblicherweise 320 x 240 Bildpunkte. Das macht sie nicht gerade zu optischen Highlights, dafür bringen sie aber kaum Gewicht auf die Megabyte-Waage und lassen sich sehr schnell verschicken.

Flash-Videos selbst erstellen

Wer die Flash-Videos lieber selbst erstellen will, um sich vor dem Upload ein Bild von der Qualität zu machen, findet eine Reihe kostenloser Encoder, die bei dieser Aufgabe helfen. Gut eignet sich etwa die Freeware Riva FLV Encoder ( PCP-Code: RIVAENC). Das Tool konvertiert AVI-, MPEG-, Quicktime- und Windows-Media-Videodateien in Flash-Files (FLV). Verwenden Sie aber nicht die Standardvorlagen des Programms, sondern legen Sie die Parameter besser selbst fest. PC Professionell rät: Die Bitrate des Videos sollte nicht unter 360 KBit/s liegen, da sonst im umgewandelten Film Blockartefakte zu sehen sind. Die Größe (Movie Size) wird am besten flashkonform auf 320 x 240 Bildpunkte gesetzt.

Nach der Konvertierung können Sie das Ergebnis dann mit dem in der Freeware integrierten Riva FLV Videoplayer ( PCP-Code: RIVAPLAY) betrachten. Dieser Player lässt sich übrigens auch kostenlos in die eigenen Webseiten einbinden.

Aufpeppen mit Windows-Bordmitteln

Will man das Flash-Video vor dem Hochladen noch schneiden oder mit Überblendeffekten, Titeln und Musik aufpeppen, genügt schon ein einfacher Video Editor wie der windowseigene Movie Maker 2.1 ( PCP-Code: MMAKER). Die Freeware unterliegt aber einer Einschränkung: Movie Maker exportiert die Videoclips nur ins WMV-Format, das einige Portale wie My Video nicht akzeptieren. Hilfreich ist hier wieder der Riva FLV Encoder oder der ebenfalls kostenlose Simplified Universal Player Encoder & Renderer, kurz SUPER genannt (PCP-C
ode: SUPER), mit dem sich fast alle Arten von Videofiles in beliebige andere Formate konvertieren lassen.

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