US-Senatoren wollen Satelliten- und Internet-Radio mit DRM infizieren

Allgemein

Nordamerikanische Politiker sind erneut diensteifrig bemüht, die Vermarktungswünsche der Musikindustrie in Gesetzesform zu gießen.

Während der Rest der Welt allmählich aufwacht und erkennt, dass die digitale Rechteverwaltung mehr Ärger macht, als sie jemals wert sein könnte, glauben sie im US-Senat offenbar noch immer, damit das Problem der Web-Piraterie lösen zu können. Und das, flüstern ihnen ihre Kumpels von der Copyright-Verwertungsbranche ein, ist schließlich viel wichtiger als ein Mittel gegen Krebs zu finden oder die Klimakatastrophe auszubremsen.

Nach News.com haben die Senatoren Dianne Feinstein, Lindsey Graham, Joseph Biden und Lamar Alexander einen Gesetzesentwurf erneut vorgeschlagen, nachdem sie bei ihrem letzten Versuch von der IT-Branche verlacht wurden.

Das neue Gesetz soll den Betreibern von Satelliten- und Webradios vorschreiben, dass sie die Hörer in ihren Möglichkeiten einschränken, einzelne Songs aufzunehmen und erneut zu hören.

Alle über das Internet angebotenen Dienste müssten zudem “faire Marktpreise” entrichten für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik. Das hört sich im ersten Augenblick gut und schön an, aber die Musikbranche möchte das Geheimnis ihrer “fairen Marktpreise” überhaupt nicht preisgeben. Was wiederum daran liegt, dass die RIAA komplexe Preisstrukturen innerhalb der Musikbranche ausgeknobelt hat, um Online-Firmen einen möglichst hohen Anteil abnehmen zu können.

Sofern sich der Gesetzesvorschlag “Platform Equality and Remedies for Rights Holders in Music Act, or Perform Act” durchsetzt, der den Vorstellungen der Musikbranche für das Satellitenradio folgt, müssten die Betreiber jeden einzelnen Musiktitel mit DRM versehen, um das Kopieren zu verhindern.

(Nick Farrell/bk)

Linq

News.com

Muss die RIAA die Preisgeheimnisse der Musiklabels offen legen?

Gericht fragt RIAA: Warum kostet eine Single 750 Dollar?