Erfolgreich mobil
Sozialer Aufwind für Mobilgeräte

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Mobile Technik wird modisch und erfolgreich und zählt vielerorts zu den sozialen Statussymbolen. Doch wo lohnt es sich für Unternehmen, ihr Geld in mobile Technik zu investieren?

Mobiltechnik in Unternehmen. sprunghaftes Wachstum

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Die mobile Technologie hat in den letzten 15 Jahren ein sprunghaftes Wachstum erfahren, seit GSM-Netze erstmalig 9,6 Kbit/s drahtlose Datenbandbreite angeboten haben.

Der wesentlichste Wandel jedoch ist vielleicht die bloße Anzahl der Menschen, die heutzutage regelmäßig an anderer Stelle als in ihrem Büro arbeiten, aber dennoch den regelmäßigen Zugang zu E-Mail und anderen Daten benötigen.

Die Zahlen des Analystenunternehmens Forrester Research
lassen darauf schließen, dass die Unternehmens-Ausgaben für mobile Datensysteme schnell wachsen.

Ein im November veröffentlichter Bericht schätzt, dass 70 Prozent der Firmen bis zu einem gewissen Grad mobile Anwendungen nutzen. Und 58 Prozent wollen die Ausgaben für mobile Daten im Jahr 2007 erhöhen; im vergangenen Jahr waren es nur 50 Prozent.

“Wir gehen davon aus, dass ein beträchtlicher Teil dieser Ausgaben auf der wachsenden Nutzung mobiler Anwendungen beruhen werden. Auch bei denjenigen, die bereits mobile Daten kaufen, ist ebenfalls ein Zuwachs der Ausgaben zu erwarten.”, meint die Autorin des Berichts, Jenny Lau.

“Die Mobilität macht grob geschätzt ein Drittel des gesamten Budgets für IT und Kommunikation aus. Es würde mich überraschen, wenn dieser Anteil nicht noch steigt, insbesondere da die Ausgaben im mobilen Bereich häufig auf Abteilungsebene entschieden werden und nicht zentral. Einige der Mobilausgaben könnten sogar im Verborgenen liegen und als andere IT-Kosten im Budgetplan der Abteilungen versteckt sein.


Mobiltechnik verändert die IT – auch die Kostenrechnungen?

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Die Experten sind sich einig, dass dieses zunehmende Interesse an mobiler Technik “von unten” kommt: Von Beschäftigten, die bereits mobile Anwendungen aktiv nutzen oder dies bald tun möchten, um mit Kollegen, Geschäftspartnern und Kunden in regelmäßigem Kontakt zu bleiben, wenn sie nicht im Büro sind, aber auch um zu Finanzdaten und Produkten auf dem Laufenden zu bleiben.

Andere Unternehmen wollen die “Work-Life Balance” und die Produktivität ihrer Mitarbeiter verbessern, indem sie eine Grundlage für effizientere Heim- und Telearbeit schaffen.

“Ein großer Teil dieser Mobilität befindet sich nicht mehr in einer Rand- sondern in der Kernzone der IT; es hat sich ein komplettes Ökosystem im Kommunikationsbereich entwickelt. Die Geschäfts- und Funktionsbereiche, die am meisten von der Mobilität profitieren, findet man entweder außerhalb des Büros oder auf der Straße, denn fachkundiges Service- oder Vertriebspersonal sowie die leitenden Angestellten sind ständig auf Achse”, meint Lau.

Kosteneinsparungen beim Einsatz von mobilen Systemen sind jedoch wesentlich schwieriger zu definieren. Investition in Hardware wie Laptops, Smartphones, und PDAs, kombiniert mit Software-Kosten und NutzerAbonnements für mobile Datendienste sind schwerer vergleichbar und weniger quantifizierbar, wenn es dabei um verbesserte Kommunikation und Mitarbeiterzufriedenheit geht.


Wo man Aufwendungen verringern kann

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In einigen Fällen, bei denen Telearbeiter in großem Stil eingesetzt werden, die selten, wenn überhaupt Bürokapazitäten in Anspruch nehmen, kann es zu Kostensenkungen im Bereich Betriebsgelände und Versorgungsleistungen für Arbeitsplätze kommen. Die Forrester-Studie schätzt auch ein, dass viele Unternehmen das Potential reizt, die Kosten für die Mobiltelefonrechnungen zu senken, wenn sie Dual-Mode 3G/GSM Geräte verwenden.

Bei Testversuchen in verschiedenen Länderm werden in diesem Jahr mobile Anrufe, die im Büro getätigt werden, auf private Drahtlosnetzwerke (WLans) umgeleitet und dann zum Internet oder virtuellen privaten Netzwerken (VPN) als ein Voice over IP (VoIP) Anruf statt über die teureren Mobiltelefone.

Anrufe auf Mobiltelefone innerhalb des Bürobereichs sollten ähnliche Einsparungen erlauben, mein Dean Bubley, Analyst beim Beratungsunternehmen Disruptive Analysis.

“Bei vielen Unternehmen gibt es unkontrollierte Ausgaben für die Nutzung von Mobiltelefonen und jede Möglichkeit, hier mehr Kontrolle und Einflussmöglichkeit zu gewinnen – und in Folge niedrigere Rechnungen zu zahlen – kann nur von Nutzen sein,” meint er.


So haben Fußballer in England Mobilfunkkosten gespart

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Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Rechnungen für Mobiltelefonie im Unternehmen reduzieren, ohne in teure Handsets mit Dualmode zu investieren. bei diesen Geräten leidet die Peformance unter einet kurzen Lebensdauer der Batterie und unter Verzögerungen bei Voice-Calls, während der Anruf zwischen WiFi-Zugangspunkt und 3G-Netzwerk geroutet wird.

Phil Dalbeck, IT-Analyst bei dem in Glasgow ansässigen Fußballklub Celtic FC, hat sich kürzlich für die Einrichtung des “Integrated Extension Call Virtual Private Wire Pakets” von T-Mobile entschieden, als er feststellte, dass der Mammutanteil der Anrufe der Clubangestellten vom Fußballstadion Celtic Park kam oder von Mobilgeräten mit T-Mobile als Provider. Mit dem neuen Dienst können die Mitarbeiter Rabatte auf Gespräche zwischen Festnetz und dem T-Mobile Netz bekommen, ohne ihre bestehenden Handsets zu verändern.

“Wir haben jetzt ein Telefonsystem, mit einer speziellen Vorwahlnummer, um Gespräche in der örtlichen Scnittstelle abzufangen, und anstelle diesen über das British-Telecom-Netz oder das Netz eines anderen Betreibers zu schicken, leitet es die Gespräche durch das T-Mobile Netz zu geringeren Kosten”, meint er. Im Grunde handelt es sich also um eine Mischung aus derTchnik, die in Deutschland O2 bei Genion verwendet (als Feststellen, woher der Anruf kommt, um entsprechende Einstellungen vorzunehmen) und Call-by-Call-Services (also durch die passende Vorwahl den richtigen Service auszuwählen). Ein Least-Cost-Router ist dies zwar nicht – aber ein erster Ausweg aus den hohen Rechnungen.

“Das klappt sowohl bei Festnetz zu mobil als auch umgekehrt und wir sparen wahrscheinlich 50 bis 60 Prozent dieser spezifischen Kosten”.


HSDPA und Flatrates fördern mobile Unternehmensdienste

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Die Aufwendungen für den E-Mailzugang und den Zugriff auf andere Datenanwendungen über das mobile Netz sind ebenfalls hoch. Lau meint aber, dass die Tarife pro Megabyte wahrscheinlich sinken werden. Viele Betreiber böten schließlich schnellere mobile Dienste und Flatrates nach dem Moto “All you can eat” auf Basis von HSDPA.

Vodafone wird HSPDA zum gleichen Preis wie UMTS anbieten, aber weil man sogar höhere Datengeschwindigkeiten bekommt, landen die Informationen schneller beim Empfänger und die Verbindungszeit ist kürzer. Allerdings wird man wohl auch mehr herunterladen. Es würde mich dennoch nicht überraschen, wenn es in Kürze Rabatte bei HSPDA gibt”, erklärt Lau.

Der zukünftige Erfolg der HSPDA-Dienste wird aber wohl eher von der Signalstärke und der Reichweite als von den Kosten abhängen: Von 1059 Entscheidungsträgern im Bereich Netzwerke und Telekommunikation, die Forrester in Europa und den USA befragt hat, haben 27 Prozent die Zuverlässigkeit über die Kosten (26 Prozent) gestellt. Die Sicherheit brachte es auf gerade mal 19 Prozent.


Mobile Sicherheit: Das wahre Risiko ist der Nutzer

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Klar, je mehr Mitarbeiter Mobilgeräte nutzen, um ihren täglichen Aufgaben nachzuge
hen, desto größer ist die Gefahr, dass sensible wirtschaftliche Informationen verloren gehen oder beschädigt werden, insbesondere, wenn sie auf Smartphones, PDAs und Laptops kopiert werden.

Die mobile Sicherheit ist zwar für die IT-Abteilungen ein ständiger Anlass zur Sorge – häufig aber aus dem falschen Grund.

Bei vielen Mitarbeitern halten sich Ängste vor Viren und anderen Formen von Malware, die relevante Daten zerstören, oder Hackern, die ans Internet angeschlossene mobile Geräte ‘kidnappen’, um z.B. an die Netzwerkressourcen der Firmen heranzukommen.

Aber die gleichen Tools, die heutzutage in verdrahteten Netzwerken verwendet werden, einschließlich Antivirensoftware, Firewalls, Authentifizierungsmechanismen sowie IDS und IPS können mit all diesen Bedrohungen fertig werden, wenn sie richtig eingesetzt und konfiguriert werden. “Die wahren Risiken entstehen durch vergessliche Nutzer, die die kleinen tragbaren Geräte an Orten hinterlassen, wo sie nichts zu suchen haben”, meint Jeremy Green, Analyst für mobile Technologie in Firmen bei Ovum.


IT-Kopfschmerzen durch mobile Geräte

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“Mobile Geräte zu verwalten, bereitet aus vielen Gründen arge Kopfschmerzen”, meint er. “IT-Manager sind daran gewöhnt, mit Desktops umzugehen, aber die bleiben wenigstens im Büro. Bei Laptops sieht es schlechter aus. Sie verlassen das Büro und werden in Taxis oder sonst wo liegen gelassen. “

Noch schlimmer seien Smartphones, denn sie sind viel kleiner und man könne sie noch leichter verlieren. Außerdem seien sie nicht so standardisiert wie Laptops, und so sei es viel verzwickter, die Software darauf zu verwalten.

Um mit dieser Bedrohung fertig zu werden, sind neue Tools aufgetaucht, die es den IT-Managern gestatten, ferngesteuert den Inhalt eines mobilen Geräts zu löschen, wenn dieses als verloren oder gestohlen gemeldet wird. Experten allerdings meinen, dass die Verschlüsselung jeglicher Datensätze, wenn sie auf ein Gerät kopiert werden, unbefugte Nutzer davon abhalten können, sie zu lesen.

“Viren können eher über mobile Geräte in ein Unternehmen eindringen, wenn sie an das Unternehmensnetzwerk angeschlossen werden. Die Firmen werden sich dieser potentiellen Probleme aber zunehmend bewusst und aufgrund der Nachfrage gibt es einen Schub bei der Entwicklung von Sicherheitsanwendungen”, meint Lau.

Bei einer so großen Menge von tragbaren Geräten, die unterstützt werden müssen, greifen die IT-Abteilungen wahrscheinlich nach jedem Strohhalm, der ihnen helfen könnte.


Das sagen die Experten

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E-Mail ist mit Sicherheit der absolute Renner unter den mobilen Anwendungen, aber es gibt andere “horizontale” Software, die leicht über verschiedene Funktionsbereiche innerhalb des Unternehmens verteilt werden kann, etwa SMS-Benachrichtigungen, Kalenderfunktionen und personalisierte Content Applications. Für Unternehmen, die an speziellen vertikalen Anwendungen Interesse haben, wie für Vertriebskräfte und Außendienstmitarbeiter, braucht es etwas mehr Zeit, denn der Einsatz der mobilen Geräte muss in die Unternehmensstruktur eingebettet sein.

Jenny Lau, Analystin, bei Forrester Research

Wir haben ein paar 3G Datenkarten im vorigen Jahr getestet und festgestellt, dass sie so erfolgreich waren, dass wir 15 Stück geleast haben und sie von 3G auf HSDPA aufgemotzt haben. Dies verursachte einen gewaltigen Schub beim Datendurchsatz – nicht nur für den mobilen Zugriff auf Email und Daten, sondern auch für Terminal Services. Unsere Trainer können sie für den Fernzugriff auf die Anwendungsserver im Stadion verwenden, auf denen sich die Trainingsprogramme befinden.
Sie sind auch recht nützlich, wenn Mitarbeiter Spiele an entlegenen Regionen in Europa ansehen, denn häufig kann man sich nicht auf ausreichende Ressourcen für Telefon und Datenzugriff in anderen Stadien verlassen.

Phil Dalbeck, IT-Analyst bei Celtic FC

Eine der Anwendungen, die die Akzeptanz von Smartphones und anderen mobilen Geräten in Unternehmen vorantreibt, ist VoIP. Es gibt ein großes Interesse an der Konvergenz Festnetz-Mobilnetz, wofür ein besseres Handset erforderlich ist. Das muss mit einem Software-Client ausgestattet sein, der wiederum in die Nebenstellenanlage des Unternehmens integriert werden kann.
Bezüglich der Daten sucht jeder nach der nächsten E-Mail. Aber der einzige Kandidat für Erfolg im Business ist die Verbreitung von Vertriebsinformationssystemen.

Jeremy Green, Analyst für mobile Unternehmenslösungen bei Ovum