Staatsanwälte wollen HP-Schnüffler im Gefängnis sehen

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Privatdetektiv Bryan C. Wagner dürfte zu den sprichwörtlichen Kleinen gehören, die man hängt. Während die Auftraggeber bei HP längst alles vergessen haben, nehmen ihn Ermittler und Strafverfolger richtig in die Mangel.

“Man fängt mit den niedrigen Chargen an und arbeitet sich nach oben”, erklärt Rechtsprofessor Peter Henning von der Wayne State University in Michigan das Vorgehen. Ganz oben wird dabei aber niemand ankommen, wie vermutlich auch er weiß.

Schnüffler Wagner jedenfalls droht jetzt das Verfahren vor einem US-amerikanischen Bundesgericht wegen zweifacher Konspiration in der Spionageaffäre des Computerherstellers HP sowie besonders schwerwiegendem Identitätsdiebstahl. Bei einer Verurteilung erwarten ihn ein Minimum von zwei Jahren Haft für die gestohlene Identität und noch maximal fünf Jahre für die übrigen Anklagepunkte.

Die Strafverfolger streben aber offenbar einen Deal mit ihm an und erhoffen sich dafür umfassende Aussagen. Wagner selbst beschreibt seine Vernehmungen im Stil von TV-Serien-Polizisten:

“Drei Cops kamen. Zwei von ihnen spielten ‘guter Cop, schlechter Cop’, der Dritte blieb weiter hinten stehen und beobachtete mich nur. Ich begann zu zittern.”

Ihm sei niemals bewusst gewesen, etwas Unrechtes getan zu haben, vertraute er der Denver Post an. Dieser Tageszeitung gegenüber widerrief er auch seine Aussage, den von ihm bei seinen Schnüffelaktionen benutzten Computer hinterher mit einem Hammer zerstört zu haben:

“Sie haben mich kleingekriegt, deshalb habe ich ihnen das erzählt.”

Nach welchen Kriterien suchen die eigentlich bei HP das Personal aus?

(von Nick Farrell/bk)

Linq

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