Distributor: Windows Vista behindert das Gaming

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Die gut gemeinten Sicherheitsfeatures des neuen alten Betriebssystems könnten es für den Markt der Download-PC-Spiele unbrauchbar machen, sagt ein Spieledistributor.

Alex St. John führt einen Laden namens WildTangent, der Online-Spiele von Anbietern wie Atari, Nickelodeon, PlayFirst, iWin, Popcap und vielen anderen in Umlauf bringt.

In einem Beitrag für GamaSutra schrieb St. John, die für Vista vorgesehenen Sicherheitsvorkehrungen seien katastrophal und führten wahrscheinlich zu umwälzenden Veränderungen für das PC-Gaming, insbesondere was zum Download angebotene Spiele angeht. Es treffe vor allem unabhängige Spiele-Entwickler.

Insbesondere die eingeschränkten Benutzerkonten behinderten den Vertrieb von Online-Spielen. Zwar gab es auch unter XP bereits eingeschränkte Benutzerkonten. Doch niemand nutzte sie, zumal sie von vielen Programmierern nicht beachtet wurden und die Nutzung vieler Programme damit drastisch erschwert bis unmöglich gemacht wurde. Vista jedoch erzwinge sie.

Nach St. Johns Eindruck ist das ähnlich, als müsse man für jeden Song einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben, den man mit Apples iTunes anspielen wolle.

Ihm gefällt auch Vistas “obstruktive Sicherheit” nicht, die im neuen Vista Game Explorer eingesetzt wird, eine aus seiner Sicht übertriebene und über das Ziel hinaus schießende Umsetzung elterlicher Kontrolle. Dabei waren die Borg natürlich geschickt genug, diese Hürde für Angebote aus dem eigenen Hause aus dem Weg zu räumen.

Der Vista Game Explorer bewertet Spiele über den Rating-Dienst ESRB, der für Millionen-Dollar-Titel in Verkaufsschachteln gedacht und viel zu teuer ist für kleinere Spiele-Entwickler. Um Web-Spiele könne sich Vistas Jugendschutz-System andererseits überhaupt nicht kümmern.

(von Nick Farrell/bk)

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