Navigationsgeräte:Garmin Nüvi 660 und Via Michelin X980T
Testsieger verbessert

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Die Navigationsgeräte Garmin Nüvi 360 und Via Michelin X950T waren letzten Monat Testsieger. Nun kommen sie mit einem größeren Display und unterschiedlichem Erfolg.

Testbericht

Navigationsgeräte:Garmin Nüvi 660 und Via Michelin X980T

Die Navigationsgeräte Garmin Nüvi 360 und Via Michelin X950T verbuchten Testsieg beziehungsweise Preistipp des Vergleichstests in der PCpro-Ausgabe 1/2007 für sich. Jetzt schicken die Hersteller bereits die Nachfolgemodelle Garmin Nüvi 660 und Via Michelin X980T ins Rennen. Beide basieren auf unveränderten Navigations-Engines, neu ist in beiden Fällen ein deutlich größeres TFT-Display.

Mehr Überblick

Die kleinen 3,5-Zoll-Displays sind 4,3-Zoll-Anzeigen im 16:9-Format mit deutlich brillanterer Darstellung gewichen. Mehr oder weniger große Auswirkung hat dies auf Größe und Gewicht der Geräte: Beim Garmin schlägt der Umbau nur mit 30 Gramm Mehrgewicht und einem um zweieinhalb Zentimeter breiteren Gehäuse zu Buche. Das Via Michelin hat sein Gewicht dagegen fast verdoppelt. Aus dem handlichen Navigationssystem für die Hemdtasche ist ein schwerer Klotz geworden, dessen Einsatz nur noch im Auto sinnvoll ist. Eine stabile Halterung mit Dreharretierung für den Saugnapf und den 3-Watt-Lautsprecher hält das 500 Gramm schwere Gerät an der Windschutzscheibe.

Bei der Akkulaufzeit kommt das Nüvi 660 mit 3 Stunden und 22 Minuten nur noch auf 80 Prozent der Leistung des Vorgängermodells. Das Via Michelin hat dagegen mit einem größeren Akku 30 Prozent in der Laufzeit zugelegt, liegt mit 2 Stunden und 40 Minuten aber noch deutlich unter der des Nüvi.


Auf Knopfdruck nach Hause

Navigationsgeräte:Garmin Nüvi 660 und Via Michelin X980T

Bei der Bedienung hat Garmin einige Schwächen ausgebügelt und in wichtigen Details die Benutzerfreundlichkeit nochmals erhöht. Beispielsweise findet sich jetzt eine Nach-Hause-Taste für die Routenberechnung des Heimwegs. Außerdem lässt sich der Player aus der Navigationsanzeige heraus aufrufen.

Einen größeren Sprung in der Bedienbarkeit hat das Via Michelin gemacht: Bei der Zieleingabe erscheinen jetzt die wahrscheinlichsten Ergebnisse in einer Vorauswahl. Bei der Ortsangabe reicht bereits ein »M«, um München angezeigt zu bekommen. Auch die Suchzeit hat sich drastisch verringert.

Beide Systeme geben zusätzlich zu den Richtungseingaben auch weiterführende Informationen, etwa den Straßennamen, angezeigte Zielorte oder Autobahnnummern, wieder. Während das Nüvi in natürlicher Sprache spricht, wirkt dies beim Via Michelin leicht abgehackt, aber qualitativ deutlich besser als beispielsweise beim Tomtom Go 910. Die Aufzeichnung für eine Beispielstrecke mit beiden Systemen finden Sie als Podcast unter www.pcpro.de/navi.

Eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung gehörte schon beim Nüvi 360 zum Programm, bei Via Michelin wartet erst das aktuelle Modell X980T damit auf. Allerdings ist die Funktionalität bei Via Michelin im Vergleich zu den Garmin-Geräten eingeschränkt: Das Nüvi liest sämtliche Infos wie Adressen und Ruflisten aus dem Telefonspeicher aus. Das X980T dient lediglich als Mikrofon- und Lautsprecher-Erweiterung und bietet keine zusätzlichen Komfortfunktionen.

Der Verkehrsfunkempfänger ist beim Nüvi im Kfz-Ladekabel enthalten und funktioniert-wie beim Via Michelin X950T-auch ohne Stromzufuhr, etwa für den Einsatz auf dem Motorrad. Das X980T mit integriertem TMC-Modul benötigt eine externe Stromversorgung via Zigarettenanzünder. Schade für Käufer in Deutschland: Einen FM-Transmitter, mit dem sich die Klangwiedergabe ans Autoradio übertragen lässt, gibt es nur in der amerikanischen Nüvi-Version.

Besser und schlechter

Das Nüvi 660 ist eine deutliche Weiterentwicklung des 360. Der Wechsel an der Spitze der PCpro-Bestenliste ist damit gesichert. Lediglich die Akkulaufzeit hat sich verringert, worunter das mobile Vergnügen auf dem Motorrad oder zu Fuß leidet. Das X980T von Via Michelin bietet zwar ein verbessertes Display, eine schnelle Routenauswahl und eine Freisprechanlage fürs Handy, ist aber wegen des enormen Gewichts nicht mehr für den mobilen Einsatz geeignet. Zudem ist der Preis von 560 Euro deutlich höher als beim Vorgängermodell, das damit der Preistipp in dieser Klasse bleibt.


Testergebnis: Garmin

Navigationsgeräte:Garmin Nüvi 660 und Via Michelin X980T

Produktname: Nüvi 660
Hersteller: Garmin
Internet: Garmin Homepage
Preis: 600 Euro

Gesamturteil (Note/Punkte): sehr gut, 93,2

Ausstattung (30%): sehr gut, 90,8
Ergonomie (40%): sehr gut, 97,3
Leistung (20%): sehr gut, 99,8
Service (10%): ausreichend, 64,7

Technische Daten
Prozessor/GPS-Chip: k. A./SiRF III

Speicher: 2 GByte/-/SD

Maße/Gewicht: 123 x 74 x 22 mm/258 g

Messwerte
Berechnungsdauer: 11 s/30 s

GPS-Connect: 40 s

Akkulaufzeit: 3:22 h:min

Fazit
Bessere Sprachanweisungen als beim Nüvi gibt es derzeit nicht. Durch das größere und hellere Display des 660 eignet es sich auch für den Einsatz bei direkter Sonneneinstrahlung.


Testergebnis: Via Michelin

Navigationsgeräte:Garmin Nüvi 660 und Via Michelin X980T

Produktname: X980T
Hersteller: Via Michelin
Internet: Via Michelin Homepage
Preis: 560 Euro

Gesamturteil (Note/Punkte): gut, 86,9

Ausstattung (30%): gut, 82,5

Ergonomie (40%): gut, 83,9

Leistung (20%): sehr gut, 95,8

Service (10%): sehr gut, 94,1

Technische Daten

Prozessor/GPS-Chip: Intel 416 MHz/SiRF III

Speicher: -/2 GByte/SD

Maße/Gewicht: 149 x 83 x 26 mm/492 g

Messwerte
Berechnungsdauer: 10 s/40 s

GPS-Connect: 40 s

Akkulaufzeit: 2:40 h:min

Fazit
Für Gourmets und Reisende führt wegen des integrierten Guide Michelin kein Weg am Via Michelin vorbei. Ansonsten bietet das Nüvi 660 mehr Komfort fürs Geld.