Warum schreiben Programmierer schlechte Software?

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Weil sie nicht wie Benutzer denken, meint David Platt. Und untermauert diese Behauptung mit dem neuen Buch “Why Software Sucks … And What You Can Do About It”.

Software-Entwickler tendieren dazu, Code für sich selbst zu schreiben, hat David Platt – er ist Berater und lehrt an der Harvard-Universität die Entwicklung von Software – erkannt. Das Problem aber ist, dass sie eine ganz andere menschliche Spezies als die Benutzer sind. Während Entwickler Kontrolle ausüben möchten, wollen Benutzer die Dinge nur möglichst einfach handhaben.

Software-Entwickler kaufen sich offenbar eher ein Auto mit manueller Schaltung, während die meisten US-Amerikaner das Fahren mit Automatik bevorzugen.

Eines von Platts Lieblings-Ärgernissen ist die Nachfrage von Textverarbeitungen wie Microsoft Word, ob man die Arbeit sichern wolle, bevor man das Dokument schließt. Die sinnvolle Frage müsste genau umgekehrt lauten: Willst du alles wegschmeißen, was du bisher gemacht hast?

Solche Programmierer-Fragen sind oft so, als würde das Auto den Fahrer nach dem Drehen des Zündschlüssels fragen, ob man das Auto starten möchte.

Das Bestätigungsfenster wird nach Platts Beobachtungen so übermäßig eingesetzt, dass kaum mehr jemand darauf achtet, selbst wenn es davor warnt, ob man ein Dokument nicht doch lieber erhalten wolle. Fehlermeldungen, die erst nach dem Klick auf einen OK-Button wieder von der Bildfläche verschwinden, erregen ebenfalls Platts Missfallen. Er hält es nicht für OK, wenn etwas nicht funktioniert und das Programm nicht den Grund dafür nennen kann. (Nick Farrell/bk)

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