“Indien kann ohne Microsoft leben”

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Tamil Nadu, der südlichste Bundesstaat Indiens, steigt im nächsten Jahr von 99 Prozent Borgware komplett auf Open Source um.

Das Projekt wird von der staatseigenen Electronics Corporation of Tamil Nadu (ELCOT) durchgeführt. Firmenchef C. Umashankar erklärte in einem Interview, Indien brauche Microsoft nicht. Seine Regierung wechsle rasch zum Linux-OS, da es viel preisgünstiger sei, niedrigere laufende Kosten verursache, fortlaufend aktualisiert werde und keine Virenprobleme verursache. Unangenehm sei zudem aufgefallen, dass Microsoft nicht das Open Document Format (ODF) unterstütze.

Über 6.500 Linux-Systeme wurden bereits in die Dörfer verfrachtet, weitere 6.100 Acer-Desktops mit Suse Linux sind bereits auf dem Weg. Mehr als 20.000 Suse-Desktops sollen in Schulen installiert werden. Alle ELCOT-Server werden mit Red Hat laufen. ELCOT richtet sich darauf ein, 30.000 Regierungsmitarbeiter in Linux und Open Office zu schulen.

Wie Umashankar meinte, dürfte es Microsoft ziemlich hart finden, wenn in einem großen Land wie Indien ihre Software-Pakete nicht mehr gekauft werden. Microsoft hatte sich zwar noch auf Preisverhandlungen eingelassen und den Preis je MS-bestücktem Computer-Arbeitsplatz bis auf 7000 Rupien (120 Euro) gesenkt. Den Indern aber wäre die Borgware je Mann und Nase nicht mehr als 500 Rupien (8,50 Euro) wert gewesen.

(Adaptiert nach Nick Farrell/bk)

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Umashankar-Interview