Windows-Schlammassel zwingt zum Umstieg auf Ubuntu

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Charlie Demerjian vom INQ hat von einer besonders schmerzhaften Erfahrung mit den verbraucherfeindlichen Winkelzügen von Microsoft zu berichten.

Es begann ganz einfach. Ein Kunde wollte ein kleines Zweigstellenbüro aufgesetzt haben, und so etwas mache ich fast jede Woche. Vier Workstation-Rechner und einer mit ordentlich Massenspeicher für Dateien und gelegentliche Backups, dazu ein gemeinsam genutzter Drucker. Fünf HP 5100, ein Drucker, ein Promise TX2300 mit gespiegelten Laufwerken sowie eine DVD-R waren alles, was ich brauchte. Das war der leichte Teil der Übung.

Das anämische 40-GB-Laufwerk flog gleich aus einem der HP-Rechner, dann rein mit dem Promise-Controller und zwei 200-GB-SATA-Laufwerken von WD. Der TX2300 war spielend leicht einzurichten. Am aufwendigsten war der zehnfache Neustart, bis ich wusste, dass man mit CTRL-F in das Bios der Karte kommt. Eine Minute später war das RAID fertig, und es war Zeit, das Betriebssystem von den CDs wiederherzustellen.

Und hier wurde es schmerzhaft. Microsoft hat dafür gesorgt, dass Computerhersteller keine Windows-CD beilegen dürfen, daher geben sie einem eine Serie von Wiederherstellungs-CDs. Diese Anfänger-Übungen in Sachen Programmierung sind ein leuchtendes Beispiel dafür, was in dieser Branche nicht stimmt. Diese willenlosen Quallen von HP machen dieses Spiel mit, statt sich für die Leute einzusetzen, von denen sie bezahlt werden.

Das Problem? Die #*(&$er bei HP haben es so umgesetzt, dass die gehirntoten Wiederherstellungs-Scripts nur die Teile erkennen, die sie mit ausgeliefert haben. Daher erkannten sie den Promise-Controller nicht. Gut, HP hat ja nicht die Verpflichtung, für die Erkennung von allem und jedem zu sorgen, das hätte ich nun auch wirklich nicht erwartet. Man drückt eben F6 und installiert die Treiber manuell von der Windows-Eingabeaufforderung aus.

Wir sehen mal davon ab, dass der Rechner kein Floppy-Laufwerk hatte – das ließe sich für die Erstinstallation problemlos dranhängen. Das Problem? Diese Wiesel von der Captain-Junior-Spionage-Zentrale hatten die F6-Funktion für die Treiberinstallation auf ihrer Wiederherstellungs-CD deaktiviert! Es gibt keine Windows-CD, um es manuell zu bewerkstelligen – man benutzt entweder ihre oder hat seine eigene Kopie.

Wenn man nun eine Kopie von XP benutzen will, was passiert dann wohl? Der Key, der mit der HP-Kiste kommt, ist beschränkt auf die Windows-Version auf der Wiederherstellungs-CD. Ein übliches XP klappt also nicht, noch irgend eine der Kopien, die bei mir herumliegen. Also beschränkt man sich auf den Einsatz der Hardware oder kauft sich eine neue Kopie von XP. Ein großes FU an MS und HP für diesen kleinen sonnigen Einfall.

Kürzen wir es ein wenig ab. Die Promise-CD erwies sich als nicht bootfähig und enthielt nichts, was nach einem brauchbaren Werkzeug aussah. Statt meinem Verlangen nachzugeben und den ganzen Müll aus dem Fenster zu werfen, eine Knarre zu holen und nach Redmond zu stürmen, baute ich die Original-Festplatte von HP wieder ein und startete von ihr, um zu sehen, ob es hier brauchbare Werkzeuge für meine missliche Lage gäbe. Ich versuchte die Treiber zu installieren und bemerkte ein weiteres Problem: Die #($&ing Promise-CD hatte gar keine Treiber zu bieten. Nein, das ist kein Scherz. Sie liefern wirklich eine Karte mit einer CD, aber diese CD hat keine Treiber drauf! Ehrlich.

Die Installation war also nicht ohne weiteres zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Zum anderen konnte eine andere Windows-CD nicht legal mit meinem legal gekauften Key eingesetzt werden – und mit dem, den ich hatte, waren die Treiber nicht zu installieren. Also blieb nur noch eine Option. Der Rechner wurde am Samstag mit Ubuntu Linux zum Laufen gebracht. Der Besitzer der Ladenkette wurde darüber informiert, warum es so gemacht wurde, und was die besonderen Vorteile davon waren, nämlich Stabilität und Sicherheit.

Zum Glück ist er ein kluger Mann, und von diesem Augenblick an wird Linux das Betriebssystem der Wahl auf all seinen Servern sein. Billiger zu installieren und viel sicherer. Die Desktops kommen ebenfalls auf den Prüfstand, aber Microsoft hat seine Handelskette hinsichtlich der Server auf alle Fälle verloren. Wenn sie bis heute noch nicht kapiert haben, dass ihre gehirntoten Taktiken sie Geld kosten, dann bin ich jedenfalls absolut sicher, dass es so ist. Und ich wette, da bin ich nicht der einzige.

(Von Charlie Demerjian / aus dem Englischen übertragen von Bernd Kling)

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