IBM und Siemens: Großeinsatz bei der Bundeswehr

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Beim Herkules-Projekt sollen die beiden Unternehmen die IT-Infrastruktur der Bundeswehr modernisieren.

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich beide Unternehmen den 7,1-Milliarden-Auftrag geangelt (wir berichteten). Das Projekt umfasst das europaweit größte Auftragsvolumen zwischen Staat und Privatwirtschaft. 140 000 Rechner, mehr als doppelt so viele Festnetzanschlüsse und immerhin 15 000 Mobiltelefone werden betrieben, gewartet und vernetzt.

“Herkules” wird von der eigens gegründeten BWI Informationstechnik betrieben, an der Siemens und IBM zusammen 50,1 Prozent der Anteile halten. Der Bund ist der dritte Anteilseigner der Firma.

Vor allem die skandalgeplagten Siemensianer freuen sich. Es ist der bisher größte Auftrag für das Unternehmen. Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für die Unternehmenssparte Siemens Business Services SBS, gilt die doch als Sorgenkind des Münchner Konzerns. Finanzanalysten sind allerdings der Ansicht, dass “Herkules” keine nennswerte Wirkung auf die Geschäftszahlen haben werde.

Die Auftragsvergabe ist umstritten. Die Opposition kritisiert vor allem fehlende Kontrolle und zu hohe Kosten des Großprojekts. “Die Politik hat mit dem Vertrag für zehn Jahre jeden Einfluss abgegeben”, sagte der FDP-Haushaltsexperte Jürgen Koppelin dem Handelsblatt. Auch die Bundestagsfraktion Die Linke ist skeptisch. Angeblich hätte der Bund das Projekt in Eigenregie für eine Milliarde Euro weniger realisieren können.
Das Verteidigungsministerium hält die Partnerschaft mit IBM und Siemens dagegen für die bessere Lösung. Das hätte ein externes Gutachten ergeben, so ein Sprecher des Ministeriums.

Seit 1999 war über das Großprojekt verhandelt worden, an dem allein etwa 3000 Angehörige der Bundeswehr beteiligt sein werden. IBM wird die Rechenzentren modernisiseren, während SBS Betrieb und Modernisierung der bundesweit 1500 dezentralen Stellen übernehmen wird. (klet/mto)

Bild: 2006 JupiterImages Corporation

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