Notebook-Laufzeit-Training
Fitness für den Akku

Mobile

Notebook-Akkus sind teuer. Mit der richtigen Pflege und einem pfiffigen Strommanagement verlängern Sie die Lebensdauer der Energiespender.

Akkus mit Lithium-Ionen-Technik

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Moderne Notebook-Akkus speichern enorme Energiemengen. Da die aktuellen Mobil-PCs aber einen hohen Strombedarf haben, verschleißen die Akkus recht schnell, so dass viele Hersteller die Garantie – im Gegensatz zum Notebook selbst – auf ein halbes Jahr begrenzen. Geht man richtig mit dem Energiespender um, hält er aber durchaus zwei bis drei Jahre durch. Wie sensibel die modernen Energiezellen sind, zeigen ja nicht zuletzt die Fälle von Überhitzung und sogar Bränden bei Sony-Akkus.

Praktisch alle aktuellen Notebooks verwenden Akkus mit Lithium-Ionen-Technik. Diese ermöglicht eine sehr hohe Energiespeicherung bei vergleichsweise geringem Gewicht, und es gibt auch keinen Memory-Effekt wie bei den älteren Nickel-Cadmium-Zellen. Bei diesen sinkt die Kapazität bei unterbrochenen Ladezyklen.

Dennoch sollte man auch bei Lithium-Ionen-Akkus auf vollständige Ladezyklen achten. Die Hersteller versprechen zwischen 500 und 1000 Ladezyklen, was einer Lebensdauer von etwa drei bis fünf Jahren entspräche. Doch in der Praxis machen die Akkus schon nach 300 bis 500 Ladezyklen schlapp.

Mitverantwortlich dafür ist der Entladestrom, der für eine optimale Akku-Lebensdauer bei einem Fünftel des Nennstroms liegen sollte. Ein Beispiel: Ein typischer Notebook-Akku hat eine Kapazität von 4400 Milliamperestunden (mAh). Bei einem Nennstrom von 4400 mA wäre somit ein Strom von 4400 mA : 5 = 880 mA (Milliampere) optimal. In der Praxis liegen die Ströme bei voller Leistung im Dauerbetrieb wesentlich höher, weil Prozessor, Speicher, Festplatte und Bildschirm je nach Notebook-Modell zusammen schon 2 bis 5 Ampere benötigen. Wird eine 3D-Grafikkarte benutzt, erhöht sich der Strombedarf noch einmal erheblich um bis zu 10 Ampere. Nur wenn alle Stromsparoptionen genutzt werden, kommt der Entladestrom dem Idealwert nahe.


Nicht sofort an die Dose

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Im Gegensatz zur landläufigen Meinung gilt: Nicht sofort den Akku nachladen, sondern erst einmal den Ladezustand prüfen. Ein Beispiel: Wird ein Akku am Tag dreimal geladen – weil ein Außendienstler zwei Kunden besucht und dort den Akku lädt -, sind das bei zirka 200 Arbeitstagen im Jahr schon 600 Zyklen (3 x 200). Die Lebensdauer ist damit rechnerisch bereits nach einem Jahr abgelaufen! Führen Sie deshalb nach Möglichkeit einen kompletten Ladezyklus aus. Geht das nicht, sollte der Akku zumindest nach etwa 40 Zyklen vollständig geladen und danach komplett entladen werden. Die Akku-Elektronik registriert nicht geladene Zellen und markiert sie als potenziell defekt. Sie werden erst nach komplettem Laden/Entladen wieder als benutzbar eingestuft.

Tiefentladung schadet aber auch: Sinkt die Zellspannung unter 2,5 Volt, retten den Akku nur spezielle Ladegeräte. Geht die Zellspannung sogar unter einen Wert von 1,5 Volt, ist der Akku komplett unbrauchbar.

Bei häufiger Nutzung rentiert sich ein Zweit-Akku. Während der benutzte Akku abkühlt, wird der Ersatz-Akku geladen. Allerdings sollte der zweite Energiespender nicht auf Verdacht gekauft werden, er altert bereits nach der Herstellung und hat dann später nicht mehr die volle Kapazität.

Temperatur und Lagerung

Akkus reagieren empfindlich auf zu geringe und zu hohe Temperaturen. Der optimale Arbeitsbereich liegt zwischen 20 und 40 °C. In der Praxis sind solche Temperaturen aber kaum zu erreichen, denn der Prozessor, Grafik- und andere Chips heizen das Innere eines Notebooks auf über 50 °C auf. Bereits eine Temperatur von 60 °C verringert die Kapazität um rund fünf Prozent.

Wird der Akku längere Zeit nicht benutzt, sollte er entfernt werden. Die starke Belastung entfällt dann. Allerdings sind die chemischen Prozesse während der Lagerung in geringem Maße weiter aktiv und führen zur Selbstentladung. Typisch sind 3 bis 10 Prozent der Nennkapazität in einem Monat.

Ideal ist eine trockene Lagerung bei Temperaturen zwischen 0 und 25 °C. Die Tiefkühltruhe oder das Tiefkühlfach sollten es aber nicht sein, denn Temperaturen unter null schaden dem Akku. Gegen eine Lagerung im Kühlschrank spricht dagegen nichts. Sinnvoll ist dabei eine dichte Plastikverpackung, damit kein Kondenswasser an den Akku gelangt. Der Ladezustand sollte bei etwa 40 bis 50 Prozent der Nennkapazität liegen, um die Selbstentladung möglichst gering zu halten. Um einer Tiefentladung vorzubeugen, muss der Akku aber alle drei bis sechs Monate nachgeladen werden.


Basisprogramm für die Akkupflege

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Um die Temperaturverhältnisse zu begünstigen, sollten Sie das Notebook so aufstellen, dass Wärme ungehindert abziehen kann. Eine Möglichkeit sind Docking-Stations oder Notebook-Ständer, die für ein ergonomisches Arbeiten ohnehin sinnvoll sind. Direkte Sonneneinstrahlung sollte möglichst vermieden werden.

Der Entladestrom lässt sich über angepasste Energieoptionen verringern. Windows bietet für die wichtigsten Anwendungen je ein Energieschema an. Sie finden Sie über Start/Einstellungen/Systemsteuerung/ Energieoptionen. Das Schema Dauerbetrieb spart keinen Strom, Tragbar/Laptop erlaubt es, den Prozessor variabel zu takten. Gleiches gilt für die Einstellung Minimaler Energieverbrauch, allerdings werden Festplatte und Bildschirm hier früher abgeschaltet. Den geringsten Verbrauch erzielt man mit der Option Minimale Batteriebelastung, weil der Prozessor fest auf Minimaltakt bleibt.

Wann sich Bildschirm und Festplatte abschalten oder der Rechner ins Stand-by geht, sollten Sie individuell anpassen. Als Richtwert für den Betrieb an der Steckdose bieten sich 15 Minuten für den Bildschirm und 20 Minuten für die Festplatte an, im Batteriebetrieb entsprechend 5 und 10 Minuten.

Da sich an der Software-Installation meist nichts ändert, empfiehlt es sich, den Netzschalter mit der Funktion Ruhezustand zu belegen. Das spart Zeit beim Start und auch beim Herunterfahren – und damit Akkuenergie. Außerdem findet man den Desktop genau so vor, wie man ihn beim letzten Mal verlassen hat.

Aktuelle Displays sind bei voller Leuchtstärke viel zu hell, um angenehm zu arbeiten. Die halbe Helligkeit erspart rote Augen und lässt den Akku bis zu einer Stunde länger arbeiten. Nicht benutzte Geräte wie externe Festplatten und optische Laufwerke sollten abgezogen und Stromfresser wie WLAN und Bluetooth nur bei Bedarf zugeschaltet werden. Einen Schalter oder einen Hotkey dafür hat jedes Notebook.