Legacy-Systeme stehen noch ihren Mann
Alte Technik gehört noch nicht zum alten Eisen

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Die Verkaufszahlen für Server zeigen, dass die altehrwürdigen “Unix-auf-Risc” Plattformen in modernen Unternehmen durchaus noch Erfolg haben können – mit Recht.

Viel Geld für alte IT-“Wertsachen”

Legacy-Systeme stehen noch ihren Mann

Viele von uns kennen die alte englische Redensart “Je mehr sich die Dinge ändern desto mehr bleiben sie gleich”. Interessant ist aber, wie sehr dies auf die IT-Landschaft in Unternehmen zutrifft. So illustrieren die Verkaufszahlen für das dritte Quartal vom allseits anerkannten Analysten Gartner diese Aussage sehr deutlich.

Glaubt man den Verfechtern der Technik-Veränderung, so sind die Risc-Prozessoren ein alter Hut und erarbeiten sich nur noch ihr Gnadenbrot. Gleiches wurde von Unix behauptet. Gartners Zahlen zeigen aber, dass ein großer Teil der IT-Einkäufer dies überhört hat. Die Absatzzahlen für Unix-Server bei IBM – wobei es größtenteils um seine PSeries Geräte mit den Power-Prozessoren geht, welche ja Risc-Technik nutzen – sind im dritten Quartal sogar um 12 Prozent gestiegen.

Außerdem: Obwohl IBM bei Servern nur 60 Pozent der verkauften Geräte vorweisen kann – verglichen mit HP, der Nummer eins bei den Vertriebszahlen – lagen die Einkünfte von IBM aus dem Servergeschäft um 30 Prozent höher. Aus Käufersicht sieht es so aus, dass die Dinosaurier (von briische I-Managern auch “Big Iron” genannt und von amerikanischen Marketingleuten “Legacy-Systeme”) noch immer vorn liegen. Dazu kommt, dass die Verkaufszahlen für die Unix-Server von Sun Microsystems um 20 Prozent gestiegen sind. Und das, obwohl gerade diese von vielen als Ursache für den drohenden Untergangs des Unternehmens angesehen werden.


Hardware ist nicht mehr wichtig

Legacy-Systeme stehen noch ihren Mann

Was also ist los? Ich denke, dass eine teilweise Antwort von den anderen Zahlen gegeben wird, die ebenfalls von Gartner gesammelt worden sind. Da wäre einmal das schlechte Abschneiden der Anbieter, die Server auf Itanium-Basis anbieten. HP?s Absatz von High-End Servern sackte um 21 Prozent ab, während Fujitsu um 10 Prozent und Bull um 12 Prozent einbrachen.

Eine Erklärung für diese Trends mag sein, dass die Nutzergemeinschaft Veränderungen in der lebenswichtigen Back-End-Infrastruktur nicht sehr wohlwollend betrachtet.

Gleichzeitig mögen auch die frühen Gehversuche des Itanium-Pozessors weder neue noch bestehende Nutzer hinter dem Ofen vorgelockt haben, um sie von bewährteren Plattformen abzuwerben.

Es mag noch einen anderen Grund für das Festhalten am “alten Eisen” geben – ungeachtet der neueren Versionen alter Lieblinge (fast wie Sequels bei Hollywood-Filmen). Es geht darum, dass die Hardware-Plattform einfach nicht mehr wichtig ist. Natürlich ist sie wichtig in dem Sinne, dass sie existiert, aber ihre Art und Beschaffenheit sind nicht mehr von entscheidender Bedeutung. Signifikante Veränderungen an den Hardware-Plattformen mit all den möglichen Störungen und Querelen im Servicebereich sind inzwischen obsolet.


Alte Technik kann profialer sein als neue

Legacy-Systeme stehen noch ihren Mann

Natürlich heißt das nicht, dass es keine Veränderungen mehr geben wird. Aber es heißt sehr wohl, dass das Ziel für Veränderungen ein anderes geworden ist: Heute geht es um die Folgen für die gesamte Infrastruktur eines Unternehmens. Und es geht um deren Management als eine vernetzte Einheit vieler Dinge.

So lange wie ein Server innerhalb und als Teil der gesamten Infrastruktur betrieben und verwaltet werden kann, mag er seiner Rolle gerecht werden, egal wie alt oder neu die Technologie ist. Man darf nicht vergessen, dass solche Faktoren wie Zuverlässigkeit und die Wartungs-Erfahrung der Support-Teams heutzutage die “alte” Technologie für das Unternehmen als Ganzes profitabler machen könnten.