Körperlicher Schaden durch fortschrittliche Technik

KomponentenWorkspace

Seit Nintendos Wii-Spielekonsole auf dem Markt ist, fügen sich die Nutzer regelmäßig selbst Schaden zu: Die Ergebnisse des Computerspielens mit dem bewegungsintensiven “Wiimote”-Controller war den Geschädigten wert, ihre Erlebnisse per Internet mit anderen Nutzern zu teilen.

“Es ist ein virtuelles Spiel, aber die Verletzungen sind echt”, titelte die britische Times. Die Konsole, die mit ihrem neuartigen Steuerungskonzept die trägen Couch Potatoes wieder zu mehr Bewegung drängen wollte, treibt die bisher bewegungsarmen Videospieler dazu, sich selbst Schaden zuzufügen – weil sie Bewegung nicht mehr gewöhnt sind. Die Website “wiidamage.com” sammelt nun Geschichten über das, was sich die Spieler selbst und ihrer Umwelt antun.

Die Low-Cost-Antwort auf Sonys PS3 und Microsofts XBox 360 mit der “Bewegungsaktivierung” hat kaputte Fernseher, gebrochene Knochen, Beulen, Schnitte und andere Schäden verursacht. Während Technikzeitschriften über die wundersamen Fähigkeiten des Joystick-.Ersatzes “Wiimote” berichten, schreiben Tageszeitungen wie die Times über all das, was die Technik den armen Kleinen zufügen kann – mit Bildern aus wiidamage.com, die “verbeulte” kleine Jungen zeigen.

Das Wall Street Journal beschrieb das Resultat des Online-Tennisspiels auf der Wii als “Wii-Ellbogen” – wer den Controller schwingen müsse wie ein Tennisspieler, bekomme eben auch einen Tennisarm.

Der Computerexperte Jim Walsh setzte seine Website WiiHaveAProblem.com auf, in der sogar Videos entsprechender Szenen gezeigt werden. Der 27Jährige öffnete seine Website kurz, nachdem Nintendo das Gerät in den USA auslieferte. Seine Beobachtung: “Die meisten Spieler machen nicht Nintendo, sondern sich selbst verantwortlich für Schäden”.

Die US-Vereinigung der Chiropraktiker ging einen ungewöhnlichen Schritt: sie bietet inzwischen ein Hilfsprogramm für Wii-Nutzer, mit dem diese sich vorher “richtig aufwärmen und lernen, im passenden Moment eine Pause einzulegen”. (mk)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen