MP3-Tools
Musiksammlung ordnen

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Was früher die beschriftete Kassettenhülle war, sind heute Tags und Ordnerstrukturen. Der Workshop zeigt, wie Sie Ihr Musikarchiv aufgeräumt und übersichtlich halten.

Audio-Dateien mit Metadaten versehen

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Damit Sie sich auch nach Jahren noch in Ihrem Musikarchiv zurechtfinden, ist es nicht nur wichtig, die Dateien richtig zu benennen, sondern sie auch mit passenden Metadaten zu versehen. Diese sogenannten Tags enthalten Zusatzinformationen wie Titel, Interpret, Albumname oder Genre und werden direkt im Audio-File gespeichert. Soft- und Hardware-Player lesen diese Tags aus und zeigen sie an. So wissen Sie immer, welches Lied der Player gerade spielt und müssen nicht alle Infos in Datei- und Ordnernamen packen. Zudem können Sie sich beispielsweise auch das Albumcover und Song-Texte einblenden lassen.

Am Anfang steht der Dateiname

Im Windows Explorer orientieren Sie sich zunächst an den Namen der Musik-Dateien. Nach welchem Schema Sie dabei vorgehen, ist Geschmackssache. Viele Musikliebhaber erstellen für jeden Interpreten einen eigenen Ordner und legen darin die einzelnen Alben in separaten Unterverzeichnissen an. Hier befinden sich dann die Tracks, Playlisten und CD-Cover.

Die richtige Verzeichnisstruktur und die korrekte Namensgebung lässt sich beim Rippen einer CD mit Exact Audio Copy erstellen. Im Menü EAC/EAC Einstellungen wählen Sie dazu den Reiter Dateinamen. Im Feld Namensschema erstellen Sie über Platzhalter eine Regel, wie EAC die Dateien benennen soll. Die Informationen, welche Audio-CD im Laufwerk liegt, holt sich EAC aus der Online-Datenbank freedb. Ein Klick auf Datenbank/Hole CD Informationen von/Internet freedb zieht die korrekten Bezeichnungen aus dem Internet.

Bild:
Das Musikverwaltungstool The Godfather ist zwar etwas fummelig zu bedienen, aber ideal für das Organisieren großer Audiosammlungen


Tagging mit Foobar 2000

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Die Freeware Foobar 2000 ( PCP-Code: FOOBAR) versieht Audio-Files mit Metadaten. Das Tool ist nicht nur ein guter Tag-Editor, sondern auch ein ausgezeichneter Software-Player, der die Formate AAC, FLAC, MP3, MPC und OGG unterstützt. Weitere Formate lassen sich per Plug-in einbinden. Um Audiofiles zu importieren, wählen Sie einzelne Dateien mit File/Add Files aus oder über Add Directory gleich ein komplettes Verzeichnis. Alle Dateien werden daraufhin im Programmfenster aufgelistet. Klicken Sie ein File mit der rechten Maustaste an, und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag Properties.

Kommen die Stücke aus dem Internet – beispielsweise von iTunes oder Napster – oder sind sie per EAC mit der freedb-Datenbank gerippt, sind die Dateien schon mit einigen Metadaten versehen. Diese Informationen zeigt der Reiter Metatags an. Je nach Quelle variiert die Art, nach der die Tags vergeben wurden. Ändern Sie diese nach den eigenen Vorlieben, indem Sie die Felder in der Spalte Value anklicken und mit neuen Angaben füllen.

Metatags: Verschiedene Versionen

Auch bei Metatags für Musik-Dateien gibt es verschiedene Formate. Das bekannteste ist ID3. Version 1 kennt mit Titel, Interpret, Tracknummer, Album, Erscheinungsjahr, Genre und Kommentar nur sieben Datenfelder. Der Nachfolger ID3v2 bietet zwar Dutzende von Datenfeldern, doch kaum ein Player kann alle anzeigen. Bei der Verwaltung der Musiksammlungen auf dem PC können Informationen über Sprache, Label und Untertitel aber sehr hilfreich sein. Wollen Sie Datenfelder ausfüllen, die noch nicht in der Datei gespeichert sind, können Sie über den Befehl Add New Field aus dem Kontextmenü des Properties-Dialogs ein neues Feld einfügen. Welche Datenfelder nach dem ID3v2-Standard möglich sind, erfahren Sie hier.

Bild: Album Cover Art durchsucht Online-Musikdatenbanken und Webshops wie Yahoo nach CD-Covern


Tags aus Dateinamen

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Anstatt alle Metatags von Hand einzugeben, lassen sich auch die Ordner- und Dateinamen als Vorlage verwenden. Markieren Sie dazu alle Lieder im Hauptfenster und rufen per Rechtsklick das Properties-Fenster auf. Hier wählen Sie im Kontextmenü des Metatags-Reiters den Befehl Fill Values from File Names. Im Feld Patterns teilt man dem Programm die tatsächliche Verzeichnisstruktur und Dateibenennung per Platzhalter mit. Lautet der Pfad zum Beispiel Interpret/Album/CD-Nummer/Tracknummer/Dateiname, würde das Schema %artist%\%album%\% discnumber%\%tracknumber.%.%title% alle Infos aus dem Pfad extrahieren und in den passenden Datenfeldern speichern.

Umgekehrt lassen sich auch Dateinamen aus Tags erzeugen. Dazu wählen Sie aus dem Kontextmenü der Foobar-Playlist den Eintrag File Operations/Move, Rename or Copy Files. Über diesen Dialog werden alle nötigen Einstellungen vorgenommen. Über das Feld Output file name format geben Sie nun ähnlich wie oben ein Schema an, nach dem die Datei umbenannt werden soll. Als Quelle dienen diesmal die Tags, deren Datenfelder über entsprechende Platzhalter wie %album%, %artist% oder %tracknumber?% angesprochen werden. So können Sie mit einem Backslash zwischen den Platzhaltern ganze Verzeichnisstrukturen erstellen.

Archiv vervollständigen

Haben Sie die wichtigsten Tags mit korrekten Angaben gefüllt und die Dateien nach Wunsch benannt, geht es an den Feinschliff. Musikfans speichern gerne als Zusatzinfos die Cover-Bilder oder Songtexte mit ab. Mit dem Tool Album Cover Art ( PCP-Code: COVER) fahnden Sie bequem im Netz nach den passenden Bildern für ganze Alben und einzelne Songs. Als Quelle dient Amazon, aber auch die Websites von Yahoo, Buy.com und Walmart lassen sich in die Recherche einbinden.

Über das Ordner-Icon in der Symbolleiste wird das Verzeichnis geladen, in dem die Audio-Dateien abgelegt sind. Die Software listet automatisch alle Unterordner und darin enthaltene Musik in einer Baumstruktur auf. Ein Klick auf einen Eintrag übergibt die Tags Artist und Album als Suchparameter in den rechten Teil des Programms. Mit Klick auf Download Covers starten Sie die Suche nach passenden Covern. Ist sie erfolgreich, zeigt Foobar unter Album Cover Art alle gefundenen Bilder an. Markieren Sie das Album oder einen einzelnen Track, dem Sie das Cover zuweisen wollen, und wählen dann mit einem Mausklick eines der Bilder aus. Mit dem Button Set as Cover wird das Cover übernommen. Wurde ein ganzes Album als Ziel gewählt, wird das Bild nicht nur in den passenden Tag jedes einzelnen Musikstücks geschrieben, sondern auch als JPG- und PNG-Datei im Ordner abgelegt.


Songtexte direkt im Lied speichern

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Songtexte lassen sich ebenfalls direkt in einem MP3-File speichern. Das Foobar-Plug-in Mini Lyrics ( PCP-Code: MINILYRICS) leistet dabei gute Dienste. Ist es installiert, startet das Plug-in automatisch zusammen mit Foobar 2000. Sobald ein Lied abgespielt wird, sucht Mini Lyrics nach dem jeweiligen Songtext. Findet es mehrere, lässt sich in einem Auswahlfenster der passende bestimmen. Anschließend wird der Songtext angezeigt. Wie eine Karaoke-Maschine markiert Foobar die gerade gesungene Zeile.

Möchten Sie den Songtext in der MP3-Datei speichern, klicken Sie auf die Schaltfläche Menü. Diese erscheint erst, wenn Sie mit der Maus über das Programmfenster von Mini Lyrics fahren. Aus dem Menü wählen Sie den Eintrag File/Save Lyrics to Mp3 files. Alternativ kann man den Songtext auch als TXT- oder LRC-Datei speichern. Letztere erkennen auch einige MP3-Player. Beim Abspielen der Songs zeigen sie dann auch die Lyrics an.

The Godfather: Das Universal-Tool

Eines der leistungsfähigsten Programme zur Musikverwaltung ist The Godfather
( PCP-Code: GODFATHER). Das Tool eignet sich besonders für Musik, die nicht von Audio-CD stammt, sondern als codierte Datei den Weg auf die Festplatte gefunden hat. The Godfather bietet zahlreiche Features zur Musikverwaltung, spielt jedoch nur MP3-Dateien ab. Beim Tagging und Umbenennen von Files unterstützt es alle wichtigen und bekannten Formate von MP3 bis APE. Nachteil von The Godfather: Anfänger sind mit der Funktionsfülle oft überfordert.

Im linken Teil des Programmfensters können Sie wie mit einem Datei-Manager durch die Laufwerke und Verzeichnisse Ihres Computers browsen. Was im rechten Teil angezeigt wird, hängt davon ab, welche Schaltfläche in der Symbolleiste aktiviert ist. Über Umbenennen lassen sich ähnlich wie mit Foobar 2000 Dateinamen aus den Angaben in den Tags erstellen. Dazu erstellen Sie auch hier über Datei/Optionen/Rename ein Schema aus Platzhaltern im Feld Verwende Variablen. Der Bereich Tags dient in erster Linie dazu, Metadaten vieler Dateien in einem Rutsch zu ändern. Setzen Sie zum Beispiel einen Haken vor Künstler, geben eine Bezeichnung Ihrer Wahl ein und bestätigen mit Aktualisieren, werden die Artist-Tags aller ausgewählten Musikstücke mit dem neuen Eintrag überschrieben. Wer lieber Stück für Stück vorgeht und die Datenfelder der Tags einzeln ausfüllen möchte, klickt auf Von Hand editieren.


Automatische Track-Benennung

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Ist das alles zu mühsam, schaltet The Godfather auf Automatik: Das Programm versucht dann, alle Album-Informationen aus der freedb-Datenbank einzulesen. Dazu klicken Sie auf den Button Online, der den Anwender zur Datenbankabfrage führt. Anschließend aktivieren Sie zunächst freedb und dann den Button mit dem Zauberstab-Symbol. Um die Suche zu starten, klicken Sie auf die Schaltfläche freedb durchsuchen. Unter Ergebnis stellt das Tool die gefundenen Einträge dar. Ist der passende dabei, gehen Sie auf Album übernehmen und anschließend auf Umbenennen und Aktualisieren. Sollte das gesuchte Album nicht in der Ergebnisliste sein, können Sie freedb manuell durchsuchen, indem Sie die Textsuche per Klick auf das entsprechende Symbol aktivieren. Dann können Sie über die verschiedenen Eingabefelder nach beliebigen Künstlern und Alben suchen.

Playlisten erstellen

The Godfather erstellt auf Wunsch M3U- und PLS-Playlisten. Diese lassen sich in Player-Software wie Winamp oder Foobar 2000 importieren. Die Listen enthalten nur Infos, welche Stücke in welcher Reihenfolge abgespielt werden sollen. Diese Funktion verbirgt sich hinter dem Button Organisieren. Um eine Playlist zu erstellen, wählen Sie über den Dateibaum im linken Bereich das Verzeichnis mit den Musik-Stücken aus. Diese werden daraufhin im rechten unteren Fenster angezeigt. Über Add selected fügen Sie der Liste im Hauptfenster die einzelnen Lieder hinzu. Dabei können Sie auch Dateien aus verschiedenen Ordnern nehmen – für die Playlist ist es unerheblich, wo die Stücke gespeichert sind. Nach der Zusammenstellung klicken Sie auf den Button Playlists und dann Speichern. Vergeben Sie hier einen Namen und wählen Sie als Format M3U oder PLS.