Betriebssystem-Umstieg: Unternehmenskunden erwarten viel von Microsoft
Kann Windows Vista den Erwartungen gerecht werden?

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XPs Ausgereiftheit und Vistas Kinderkrankheiten könnten die Migration der Unternehmen zum neuen Betriebssystem hinauszögen.

Ist Vista die beste Windows-Version?

Betriebssystem-Umstieg: Unternehmenskunden erwarten viel von Microsoft

Mit der Freigabe von Windows Vista an Massenabnehmer können sich die Großunternehmen nun ernsthaft mit der Planung ihres Wechsels zu Microsofts neuem Desktop-Client befassen. Das mag einige Jahre in Anspruch nehmen – nicht zuletzt, weil viele Firmen mit der Sicherheit und den Eigenschaften, die jetzt mittels Windows XP mit Service Pack 2 geboten werden, vollkommen zufrieden sind – letztendlich aber werden sie sich doch anpassen.

Als ich mir Vista erstmals ansah, hatte ich nicht den Eindruck, dass es da viel Neues gab. Ohne Aktivierung des Aero-Nutzerinterfaces hätte es Windows XP sein können – in neuem Kleid mit neuem Touch. Kratzt man aber an der Oberfläche, treten alsbald die echten Veränderungen zutage – derer sind es so viele, dass sich ganze Hefte damit füllen lassen. Die Redaktionen der meisten Computerzeitschriften haben Vista bereits in ihren Planungen für die kommenden Ausgaben, etwa die PC Professionell. Mehr über die verschiedenen Versionen lesen Sie hier.. Geben Sie den Suchbegriff “Vista” auf dieser Website ein, finden Sie bereits Myriaden von Artikeln, die sich mit Details des Systems beschäftigen.

Wird Vista es schaffen, künftig als Erfolg betrachtet zu werden? Wenn seine neuen Eigenschaften, wie die integrierten Suchmöglichkeiten, die Veränderungen an den Privilegien der Nutzerkonten und die Bedienerführung das halten, was sie versprechen, wird Vista meiner Meinung nach schließlich als die beste Windows-Version gehandelt werden, die je das Licht der Welt erblickt hat.


Probleme mit der neuen Windows-Version kündigen sich an

Betriebssystem-Umstieg: Unternehmenskunden erwarten viel von Microsoft

Microsoft sollt mit dem Schulterklopfen noch etwas warten, denn es gibt da wohl noch ein paar Probleme. So haben wir festgestellt, dass in der Release-Version von Vista keine Treiber für die Grafik im Intel-Chipsatz eines unserer Test-PCs eingebaut sind. Das mag nur eine minikleine Störung gewesen sein, aber es verheißt nichts Gutes, wenn man bedenkt, dass diese Hardware-Konfiguration eine der am häufigsten verwendeten ist.

Eine weitere Sorge von Großunternehmen ist, ob die Tools für die Verteilung und Steuerung zahlreicher Vista-Desktops im Firmennetz bereits vollständig verfügbar sind. Die Windows Deployment Services (WDS – ein erster Einblick von Windows-Spezialist Paul Thurrot ist hier zu lesen) zur Unterstützung der Vista-Markteinführung sind fällig, wenn der Windows Server 2003 SP2 irgendwann im Jahr 2007 ausgeliefert wird.

Die “User Account Controls” (UAC) und andere Funktionen von Vista werden ebenfalls von den neuen Group-Policy-Settings gesteuert, die aber nicht von älteren Versionen von Windows konfiguriert werden können – wenn Umstieg, dann geht das wohl nur komplett. Eine Sisyphus-Arbeit für Administratoren.

Und schließlich macht die Aktivierung von Vista im Sinne von Microsofts Urheberschutz den Unternehmen Arbeit – PCProfessionell-Redakteur Heiko Mergard hat sich die verschiedenen “Zwangsaktivierungen” genauer angesehen und meint, dass sie es für Unternehmen flexibler, aber keinesfalls leichter machen.

All diesen Schwierigkeiten ist beizukommen, aber es nährt den Verdacht, dass die meisten Firmen den Wechsel zu Vista hinauszögern werden. Microsofts Hoffnungen auf ein massenweises Upgrade nach der Einführung werden wohl nicht so schnell erfüllt werden.


Hoffnung am Ende

Betriebssystem-Umstieg: Unternehmenskunden erwarten viel von Microsoft

Die Kritiker haben auf die “viel zu lange Entwicklungszeit” von Vista verwiesen und sie dann als “zu spät und zu wenig” verurteilt. Dies galt insbesondere nach dem dramatischen Verzicht auf solche Features wie das datenbankähnliche WinFS-Dateisystem.

Die Kehrseite ist jedoch, dass derartige Funktionalitäten den Wechselwilligen noch mehr Kopfzerbrechen bereitet hätten. Ich glaube, dass Microsoft einen annehmbaren Kompromiss zwischen dem gefunden hat, was “Longhorn” versprochen hat und dem, was wirklich machbar ist.

Letztendlich hat ein Betriebssystem dafür zu sorgen, dass die Nutzer ihren Job leichter und effektiver erledigt bekommen. Hoffen wir, dass Vista zumindest dieses Versprechen hält.