Neue Suchmaschine nutzt Menschen statt Algorithmen

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Die Betreiber der “human-powered search engine” ChaCha versprechen, ihre Suchmaschinenergebnisse seien relevanter als die in Google – weil Menschen hinter den Ergebnissen stecken.

Chacha versucht, das Web2.0-Prinzip auf Suchmaschinen anzuwenden – viele Nutzer können sich als “Guides” bewerben, die bei der Suche helfen – um so relevante Ergebnisse zusammenzutragen.

Die neue Technik ist nur ein Zusatz zu den herkömmlichen Suchalgorithmen – komnt nicht genug Brauchbares heraus, fordert der Nutzer einen “Search Guide” an. Der Redakteur Asher Moses vom Sydney Morning Heald hat es ausprobiert. Sein zugewieserer menchlicher Helfer hieß LindaS. Sie erklärte ihm, es gäbe schon Tausende Guides wie sie, und diese Helfer seien 24 Stunden am Tag verfügbar. Die menschlichen Helfer, die von Zuhause aus arbeiten, würden bei der Suche assistieren: Wenn eine Anfrage an die Helfer geschickt werde, kontaktierten diese rund 20 bis 80 andere Suchmaschinen und würden die passendsten Ergebnisse selbst heraussuchen und sofort zurücksenden.

Zudem würden sie sie in eine Datenbank der relevantesten Ergebnisse einspeisen – so könne eine spätere Suche in wenigen Sekunden wirklich relevante Aussagen liefern. Über die eingebaute Instant-Messaging-Funktion können weitere Sucheinschränkungen oder Fragen durchgegeben werden. “Anders, als nur Suchworte wie ein Computer auszuspucken. lesen wir tatsächlich die Ergebnisse und können so sagen, wo sie Sinn machen”, erklärt LindaS.

Wenn etwa nach Apple gesucht wird, könne Linda fragen, ob die Frucht oder der Computer gemeint ist. Wieviel sie von Chacha für ihre Suchhilfe bekommt, wollte die Dame dem australischen Journalisten nicht verraten. Die Bezahlung hänge aber von der Zeit ab, die man online für andere zur Verfügung stehe. Wer ein “Guide” werden will, muss von eineam anderen Helfer angeworben werden und einen Trainingskurs durchlaufen, bevor er die Arbeit aufnehmen kann.

LindaS nimmt rund 25 Suchanfragen pro Stunde an, unethische oder illegale Suchen lehne sie ab. Am Ende der Session kann der Nutzer den Guide bewerten. Das Etgebnis bestimmt den finanziellen Aufstieg des Helfers – man könne zwar nicht alle Anfragen zufriedenstellend beantworten, doch am Ende zähle das Gesamtergebnis.

Anders als bei Yahoo Answers werden hier also keine Punkte, sondern echte Dollars für gute Suchergebnisse bezahlt. Statt Freiwilligen nehmen bezahlte Guides die Arbeit an – und bemühen sich umso mehr, meint der Autor in einem Blogbeitrag.

ChaCha ist kostenlos für den Nutzer und wird durch Werbung finanziert – ob die Guides mit der Menge von Anfragen klarkommen werden, sei eine offene Frage. (mk)

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