Remote-Tools
Durch Zeit und Raum

Allgemein

Die Fernwartung ist ein Dauerthema unter Administratoren. Die aktuelle Generation von Remote-Tools bietet wesentlich mehr als die Bordmittel von Windows Server. Acht Remote-Tools im Test.

Diese Produkte haben wir verglichen

Remote-Tools

_Symantec PC Anywhere 12.0
_Netsupport Netsupport Manager 9.60
_LogMeIn Remotely Anywhere 7.0 Server Edition
_Computer Associates Unicenter Desktop and Server Management r11.1a
_Famatech Remote Administrator 3.0
_Realvnc VNC 4.2.6 Enterprise Edition
_Netopia Timbuktu Pro Multiplattform 8.6.2


Fernverwaltung vs. Fernsteuerung

Remote-Tools

Die Fernsteuerung von Computern per Software hat sich in den letzten Jahren von einer Notlösung für Außenstellen zu einer vollwertigen Zugriffsmöglichkeit gemausert. Hierfür muss jedoch das Betriebssystem auf dem Host, also dem ferngesteuerten Rechner, stabil laufen. Das ist die Voraussetzung, dass der Gastrechner, von dem aus der Admin den Server aus der Ferne steuert, tatsächlich zugreifen kann.

Bei der klassischen Fernsteuerung greift der Admin remote auf den Desktop des Hosts zu, es wird also der Bildschirm zum Gast übertragen. Das ist zwar komfortabel, weil man damit fast genauso gut arbeiten kann wie lokal, manchmal leidet aber die Leistung. Wenn die Verbindung etwa über eine schmal bandige WAN-Leitung läuft, kann es zu Verzögerungen kommen.

Schneller ist allemal die Fernverwaltung. Dabei greift der Gast über Verwaltungsprogramme in der Remote-Software direkt auf den Host zu und kann hierüber die gängigen Administrationsaufgaben erledigen. Ein klassisches Beispiel für die Fernverwaltung ist die Diensteübersicht, aus der man Diens te direkt starten und stoppen kann. Nur der Testsieger von Danware sowie Symantec und LogMeIn bieten dieses Komfortfeature.

Bild: Die Optionen von VNC sind im Vergleich eher karg. Allein eine Pulldown-Historie erleichtert den Zugriff auf verschiedene Systeme


Danware Data NetOp 9.0

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Umfassende Sicherheitsfunktionen und eine überzeugende Cross-Plattform-Unterstützung zeichnen NetOp aus. Das Programm ist im LAN und im WAN gleichermaßen leistungsstark. Trotz der überragenden Ausstattung ist die Bedienung angenehm intuitiv.


Testaufbau

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Sechs Tests dienen dazu, die Leistung der einzelnen Produkte sowohl bei der Datenübertragung als auch beim Bildaufbau zu ermitteln. Dabei werden die Datentransfertests, soweit softwareseitig einstellbar, mit und ohne Verschlüsselung durchgeführt, um die Unterschiede aufzuzeigen und die Produkte miteinander vergleichen zu können. Allerdings lässt sich bei Remote Administrator die Verschlüsselung nicht abstellen.

Als Host wird ein Windows 2003 Server R2 ferngesteuert, der auf einem System mit einem Athlon FX64 3200+ und 2 GByte Hauptspeicher installiert ist. Die Grafikkarte ist auf eine Auflösung von 1024 x 768 Punkte mit 32 Bit Farbtiefe eingestellt. Als Gast-PC im LAN arbeitet eine Workstation mit Athlon XP/2600+ und 1 GByte Hauptspeicher unter Windows XP Professional. Hier beträgt die Grafikauflösung 1280 x 1024 Punkte bei 32 Bit Farbtiefe. Die höhere Auflösung auf der Gastseite hat den Vorteil, dass die Fernsteuer-Software den Hostbildschirm ohne Scrollen anzeigen kann und Platz für seitliche Menüs oder Ähnliches bleibt.

Datentransfer-Messungen

Beide Systeme befinden sich in einem GBit-LAN. Für den Test der Fernsteuerung über eine WAN-Leitung stehen zwei DSL-Anschlüsse von Nefkom/M-Net zur Verfügung mit 2 MBit/s Upload und 256 KBit/s Download. Mit zwei VPN-DSL-Routern von Lancom wird eine mit 256-Bit-AES verschlüsselte VPN-Verbindung eingerichtet. Im entfernten Netz kommt das Notebook Samsung X20 mit einer Grafikauflösung von 1400 x 1050 Punkten bei 16 Bit Farbtiefe zum Einsatz. Zuerst wird eine 1,3 GByte große komprimierte Datei per TCP/IP über das LAN übertragen. Die PC-Professionell-Tester messen dabei die Zeit. Durch die bereits erfolgte Komprimierung ist sichergestellt, dass die Transferrate unabhängig von unterschiedlich guten Komprimierungsmodi der Programme ermittelt wird.

Im zweiten Schritt wird eine 376 MByte große Verzeichnisstruktur mit insgesamt 850 Dateien kopiert. Da es sich hauptsächlich um unkomprimierte TIFF-Dateien handelt, spielt die in den Programmen eingebaute Komprimierung ebenso eine wichtige Rolle wie die Verarbeitung der Verzeichnisstruktur. Die letzten Tests konzentrieren sich auf die eigentliche Fernsteuerung.

Leistungsgefälle im WAN

Zuerst arbeiten die PCpro-Tester im GBit-LAN. Dabei werden Fenster verschoben, der Acrobat Reader geöffnet und ein längeres Dokument durchgescrollt. Bei den Produkten lassen sich hier keine gravierenden Unterschiede feststellen, es arbeitet sich problemlos remote wie lokal. Im WAN ein völlig anderes Bild: Hier zeigen sich bei den Produkten deutliche Unterschiede, beispielsweise durch Verzögerungen beim Bildaufbau. Teilweise werden auch Mausklicks verzögert weitergeleitet.


Testergebnisse im Überblick

Remote-Tools

Hersteller Produkt Gesamturteil Leistung (40%) Ausstattung (30%) Bedienung (20%) Service ( 10%)
Symantec PC Anywhere 12.0 gut sehr gut gut sehr gut befriedigend
Netsupport Netsupport Manager 9.60 gut sehr gut gut gut befriedigend
LogMeIn Remotely Anywhere 7.0 Server Edition gut gut befriedigend sehr gut befriedigend
Computer Associates Unicenter Desktop and Server Management r11.1a befriedigend gut befriedigend befriedigend gut
Famatech Remote Administrator 3.0 befriedigend gut ausreichend befriedigend befriedigend
Realvnc VNC 4.2.6 Enterprise Edition befriedigend gut ausreichend ausreichend mangelhaft
Netopia Timbuktu Pro Multiplattform 8.6.2 ausreichend ausreichend befriedigend ausreichend befriedigend