Kurzer Langzeittest oder Abschied vom iBook

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Hätte das Klappteil noch bis ins Frühjahr durchgehalten, dann hätte es mich sechs Jahre lang begleitet. Leider ist schon jetzt Zeit für einen Rückblick.

Bevor mich jetzt jemand einen Apple-Fanboy nennt: Mein bevorzugter Desktop zeigt die liebliche erdbraune Farbe von Ubuntu Linux. Als alternatives Betriebssystem befinden sich auf den Desktops auch noch Kopien von Windows XP, irgendwo sogar noch eine mit Windows 2000. Natürlich legale Kopien, spendiert von den Borg.

Für unterwegs und zwischendurch, auf dem Autobahn-Parkplatz, im Biergarten und auf der Couch gibt es aber nichts besseres als ein Macbook. Das hieß früher iBook, und mein erstes und bisher einziges datiert aus dem Frühjahr 2001. Ja, es hat tatsächlich so lange gehalten. Es wurde nicht immer sehr strapaziert, aber in den letzten Jahren immer mehr. Es überlebte sogar eine Moutainbike-Strecke durch den Schwarzwald.
Erfahrungen mit dem Apple-Service musste es nie machen. Zu erneuern in dieser Zeit waren nur das Betriebssystem und nach 3 – 4 Jahren der Akku.
Es kam ursprprünglich noch mit dem letzten Ausläufer des alten Mac-OS in einer Version 9.x. Gegen Gutschein gab es kurze Zeit später OS X 10.0. Das war für mehrere Jahre so gut, dass ich mir die bei Apple üblichen Rundumerneuerungen des Betriebssystems alle ein bis zwei Jahre ersparen konnte. OS X 10.4 Tiger für satte 125 Euro musste dann aber her, weil ich sonst auf einige neuere Programme und insbesondere auch auf Bluetooth-Hardware hätte verzichten müssen.
Der Akku war mit rund 120 Euro vergleichsweise preisgünstig. Vermutlich, weil Apple seit Jahren den gleichen Akku-Typ einsetzt und nicht wie Windows-Notebook-Hersteller alle paar Wochen in ein neues Modell einen neuen Akku-Typ zu exotischen Preisen einsetzt.
Aber auch ein iBook ist nicht für die Ewigkeit geschaffen. Seinen sechsten Jahrestag wird es vermutlich nicht erleben. So wie das Rheuma menschlichen Gelenken zusetzt, sorgte das häufige Auf- und Zuklappen (Klappis eben) dafür, dass ein Wackelkontakt den Bildschirm zunehmend am Aufleuchten hindert. Auf dem Bildschirm wird nur noch etwas sichtbar, wenn er in einer Nanometer-genau zu bestimmenden Position steht – und dann mitunter auch nur, wenn man ein paar Stunden wartet. Solange man das schneeweiße Design-Wunder nicht zuklappt, klappt es aber noch.
Eine Reparatur kostet aber mit Sicherheit mehr als das Zillionenfache des Zeitwerts. Es soll bei Apple Repararatur-Pauschalen geben, deren astronomische Zahlen ich mir leider nie merken konnte.
Die Festplatte mit 10 GB (okay, das war nur für unterwegs schnell was zu schreiben gedacht) hat seit ungefähr einem Monat nicht mehr den nötigen Speicher-Spielraum für aktuelle Sicherheits-Updates. (Die gibt es auch für OS X, liebe Bewohner der Redmond-Inselkette.)
Von Geschwindigkeit kann schon seit Jahren keine Rede mehr sein. Dafür wurde es auch nicht gekauft, und auch nicht wegen Style und Angeben im In-Café. Der schlichte Grund war die Akku-Laufzeit von 4 bis 5 Stunden, die selbst die strenge Stiftung Warentest diesem Gerät bescheinigte. Denn das ist und bleibt die Anforderung Nummer eins an ein Notebook, wenn man wirklich damit arbeiten will. Und das gab es zu einem Preis, der damals von Windows-Notebooks nicht unterboten wurde. Das waren in DM rund 3200, wenn ich mich recht erinnere.
Die relativ gute Akku-Laufzeit blieb über Jahre erhalten, bis sie ziemlich plötzlich auf weniger als eine Stunde absackte und ein neuer Akku angesagt war.
Der lebte allerdings nicht lange. Aber das ist eigentlich eine andere Geschichte, die mehr mit Sony zu tun hat. Es ist die Röstäpfel-Geschichte, die zugleich mein erster Beitrag für den deutschen Inquirer war.
Die im übrigen gut ausging, denn Apple brauchte nur etwa halb so lang wie zugesagt, um den Austausch-Akku zu liefern. Er kam per UPS, und der Fahrer nahm den alten – den ich an der Tür schnell mal eben ausbauen musste – sicherheitshalber gleich mit. (bk)

Röstäpfel und knusprige iBooks