Kartellamt: Lotto im Internet muss nicht sein

Allgemein

Auch der Chef des Bundeskartellamts denkt über die heuchlerischen Lotto-Pläne der Bundesländer nach. Und die werden jetzt erstmal ins nächste Jahr verschoben.

Wie Ober-Kartellwächter Ulf Böge im Interview mit der Wirtschaftswoche sagte, können die Bundesländer von ihm aus ganz mit Glücksspielen im Internet aufhören – oder sich zumindest untereinander ein wenig Konkurrenz machen:

“Wir haben auch nichts Unmögliches verlangt, sondern nur gefordert, dass beispielsweise ein Spieler aus Hessen online auch bei der Brandenburger Lottogesellschaft tippen kann. Wenn die Gesellschaften lieber auf die Einnahmen verzichten, statt das Angebot einfach zu öffnen, wird eben die private Konkurrenz diese Lücke füllen.”

Er sieht es auch nicht als Suchtbekämpfung an, wenn die Spieler in den einzelnen Bundesländern nur im eigenen Ländle spielen dürfen und macht den Politikern bessere Vorschläge:

“Wenn der Gesetzgeber eine wirkliche Gefahr sieht und etwas tun will, könnte er die Angebote ganz vom Markt nehmen. Es zwingt auch niemand die Gesellschaften dazu, die Ziehung der Lottozahlen im Fernsehen zu verbreiten. Dieser Anreiz ist doch wesentlich höher als die Möglichkeit, sich einen Anbieter frei wählen zu können.”

Er freut sich außerdem darüber, dass die Ministerpräsidenten der Länder die für den 13. Dezember angesetzte Festschreibung des Glückspielmonopols in einem Staatsvertrag offenbar verschieben und ein Urteil des Europäischen Gerichtshof abwarten wollen. Er wählt auch dafür klare Worte und hält das für eine “sehr weise Position”.

Wie wir berichteten, war im Zusammenhang mit diesem Staatsvertrag auch die technische Internet-Abschottung gegenüber ausländischen Glücksspiel-Anbietern angedacht. (bk)

Wiwo

Internet-Provider sollen ausländische Glücksspiele wegfiltern

Niedersachsen will Kohle scheffeln mit Online-Spielkasino

Länder: Internetverbot für Sportwetten und Glückspiele