HP macht den Ackermann und zahlt 14,5 Millionen für “unmoralisches Verhalten”

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Dass die großen Tiere sich von staatlichen Ermittlungen freikaufen, scheint weltweit in Mode zu kommen. Die kalifornische Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen wegen des Bespitzelungsskandals gegen etwas Kleingeld von HP ein.

13,5 der 14,5 Millionen US-Dollar gehen an einen Fonds, der gegen Verletzungen der Privatsphäre und des geistigen Eigentums gut sein soll. Hat HP sich etwa auch noch an “geistigem Eigentum” vergangen?
Außerdem soll ein eigener Job für’s “Moralische” eingerichtet werden. Gab es da nicht schon einen Moral-Manager bei HP, und hatte der nicht selber das mit organisiert, gegen das jetzt nicht mehr ermittelt wird?

Nicht vom Tisch ist die Sache, was die (ehemaligen) Aufsichtsratsmitglieder und die von HP für den schmutzigen Job angeheuerten Privatdetektive angeht. Der Auftraggeber kauft sich frei, die Beauftragten werden vogelfrei.

“HP ist nicht Enron”, erklärte der kalifornische Generalstaatsanwelt Bill Lockyer. Wie er auf den Vergleich mit einer Firma kommt, die nach massivem Finanzbetrug eine Konzernpleite hingelegt und Anleger wie Mitarbeiter um’s Ersparte gebracht hat, das hat er leider nicht erklärt. Aber man darf wohl heraushören, dass er ein großes Herz für den landeseigenen Konzern hat.

HP hat also ab sofort eine makellos reine Weste und soll wieder als moralisch gelten – aber wie moralisch ist der Freikauf von staatlichen Ermittlungen eigentlich? Und wie moralisch fühlt sich jetzt Firmenchef Mark Hurd, der in diesem Fall vor allem durch Erinnerungslücken von sich reden machte? (Redaktion Inquirer/bk)

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HP-Bosse waschen Hände in Unschuld