Großrechner: Konkurrenz-Alarm – IBM verklagt Server-Anbieter

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Weil die Firma PSI eigene Mainframes bauen will, auf denen IBMs zServer-System laufen soll, verklagt Big Blue vorsorglich den Konkurrenten. Einen Einbruch ins einträgliche Mainframe-Geschäft will der blaue Riese offenbar um jeden Preis vermeiden.

Was früher Großrechner hieß, läuft bei IBM jetzt unter z-Server und i-Series – und ist noch immer eines der gewinnträchtigsten Geschäfte des Unternehmens. Unter dem Titel “IBM verteidigt sein Mainframe-Gärtchen” hat Hans Jörg Maron, Autor des Schweizer Informationsdienstes Inside-IT, treffend die Reaktion IBMs auf die PSI-Entwicklung eines Konkurrenz-Servers beschrieben. IBM verklagte die Firma, die von früheren Amdahl-Entwicklern gegründet wurde.

Die kalifornische Platform Solutions Inc. (PSI) möchte ein Stück von IBMs Marktmacht im Mainframe-Bereich abknapsen – die zu IBMs Großrechnern kompatiblen Server laufen auf Intels Itanium-CPUs und können Windows, Linux, Unix, aber vor allem auch die Mainframe-Betriebssysteme z/OS und OS/390 betreiben. Dies soll sogar schneller funktionieren als mit bisherigen z/OS-Emulatoren für Intel-Prozessoren (wie Hercules).

Die Server von PSI sind bereits bei Testkunden wie der Lufthansa im Einsatz und sollten ursprünglich 2007 marktreif ein, berichtet News.com.

IBM versucht nun, die Konkurrenz durch Klagen davon abzubringen. Die Ende November eingereichte Klage wirft PSI vor, fünf IBM-Patente mit seiner Emulator-Software zu verletzen. Wie sich die Gerichte zu den Streithähnen um den Markt der Legacy-Systeme entscheiden werden, steht noch nicht fest – noch nicht einmal ein Gerichtstermin wurde verlautbart. (mk)

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