Umstieg von XP auf Vista
XP und Vista parallel

BetriebssystemWorkspace

Langsam wird es ernst. Microsoft hat Vista am Start, und viele XP-Nutzer wollen wissen, wie man richtig umsteigt. Der Königsweg führt über ein Dual-Boot-System.

Vista stressfrei testen

Umstieg von XP auf Vista

PC Professionell empfiehlt zum Vista-Start eine Parallel-Installation zu XP. Solche Dual-Boot-Systeme haben in der Praxis gleich mehrere Vorteile. Ihr funktionierendes System bleibt unangetastet, der PC einsatzbereit. Sie können Vista stressfrei testen und so eine sanfte Migration vornehmen. Wenn Sie bereits mit XP zweigleisig fahren, lässt sich Vista problemlos als Drittsystem nutzen. Als Faustregel gilt: Erst XP installieren, dann Vista aufspielen.

Problemlose Installation

Um Windows Vista gemeinsam mit Windows XP auf einem Rechner zu betreiben, benötigen Sie lediglich eine NTFS-Partition mit mindestens 15 GByte freiem Speicherplatz. Im Gegensatz zu XP muss Vista nicht zwingend auf der ersten Partition eines Laufwerks installiert werden – ein deutlicher Vorteil. Ordner, die bereits auf dem Ziellaufwerk liegen, tastet Vista nicht an, so dass Sie die Daten weiterhin nutzen können. Auf externen USB- oder Firewire-Laufwerken lässt sich Vista allerdings nicht einspielen.

Die eigentliche Installation geht einfach und schnell (meist in rund 30 Minuten) über die Bühne: Sie booten den Rechner von DVD, tippen die Seriennummer ein und entscheiden sich für Benutzerdefiniert (Erweitert).

Hinweis: Installieren Sie Vista auf einer anderen Partition als C:, was bei einem Multi-Boot-System mit bereits installiertem Windows XP der Fall ist, passt das neue Betriebssystem die Laufwerksbuchstaben automatisch an. Spielen Sie Vista zum Beispiel auf E: ein, firmiert diese Partition unter Windows Vista fortan als C:. Alle anderen Laufwerksbuchstaben werden entsprechend angepasst.


Vista mit neuem Bootloader

Umstieg von XP auf Vista

Vista ist mit einem neuen Bootloader ausgestattet, der sich in vielfacher Hinsicht von seinem XP-Pendant Boot.ini unterscheidet. Um Manipulationen vorzubeugen, kommt der Vista-Bootloader als Binärdatei und lässt sich so nicht mehr bequem mit einem Texteditor bearbeiten. Auch kümmert sich der Boot Configuration Data Store, kurz BCD Store ausschließlich um den Start von Vista. Für Windows XP ist nach wie vor die Boot.ini zuständig. Sie können das selbst überprüfen, indem Sie Start/Alle Programme/Zubehör/Ausführen wählen, den bekannten Befehl msconfig eintippen und in der Benutzerkontensteuerung auf Fortsetzen klicken.

Im Dialog Systemkonfiguration bringen Sie das Register Start nach vorne. Es ist nur ein Eintrag aufgeführt: Microsoft Windows Vista (C:\Windows): Aktuelles Betriebssystem; Standardbetriebssystem. Sie können an dieser Stelle also nicht mehr auswählen, welches OS standardmäßig geladen werden soll – lästig für Anwender, die mehr mit XP arbeiten.

Bootloader manuell bearbeiten

Für das Bearbeiten des BCD Stores ist das im Ordner Windows\System32 gespeicherte Tool bcdedit.exe zuständig. Der schnellste Weg zum Startdateienkonfigurations-Editor führt über Ausführen. Tippen Sie cmd ein, und halten Sie beim Bestätigen auch [Strg] und [Shift] gedrückt, um eine Root-Shell zu öffnen. Rufen Sie daraus bcdedit auf. Vista gibt daraufhin eine Liste aller Boot-Parameter aus.

Möchten Sie den aktuellen BCD Store unter der Bezeichnung Boot-Backup1 im bereits angelegten Ordner D:\Boot-Backups sichern, tippen Sie den Befehl bcdedit /export ?D:\Boot-Backups\ Boot-Backup1? ein. Das Wiederherstellen funktioniert ähnlich: bcdedit /import ?D:\Boot-Backups\Boot-Backup1? spielt den zuvor gesicherten Bootloader wieder ein. Welche Möglichkeiten Ihnen bcedit darüber hinaus noch bietet, erfahren Sie, indem Sie bcdedit /? eingeben.

Interessant sind besonders die Informationen in den Abschnitten Windows-Legacybetriebssystem-Ladeprogramm und Windows-Startladeprogramm. Die Infos im ersten Abschnitt drehen sich um den XP-Bootloader, die anderen gehören zu Vista. Wollen Sie Windows XP als Standard-OS definieren, tippen Sie den Befehl bcdedit /default {legacy} ein. Legen Sie vor Manipulationen am BCD Store eine Sicherung an.


Fehlende Treiber nachrüsten

Umstieg von XP auf Vista

Installieren Sie Windows Vista auf einem modernen Rechner, erkennt die Routine im Normalfall die gesamte genutzte Hardware und bindet sie automatisch ein. Allerdings ist die Hardware-Erkennung nicht fehlerfrei. Auf einem Redaktions-Testrechner markierte der Geräte-Manager von Windows Vista, den Sie über Start/Systemsteuerung/klassische Ansicht aufrufen, insgesamt vier Komponenten mit einem gelben Ausrufezeichen: Soundkarte, Netzwerkadapter, Gameport und Onboard-RAID-Controller. Da die Soundkarte problemlos Ton ausgibt, ignorieren die Tester die Fehlermeldung.

Der komfortabelste Weg zur Nachrüstung fehlender Treiber führt über das Windows-Sicherheitscenter. Wählen Sie erst Windows-Update, dann Nach Updates suchen, und klicken Sie anschließend auf Verfügbare Updates anzeigen. Hat die Routine passende Treiber gefunden, sind die Geräte im Bereich Windows Vista aufgeführt. Markieren Sie die gewünschten Treiber, und bestätigen Sie mit Installieren. Auf diesem Weg bringen die Tester Gameport und Netzwerkkarte zum Laufen.

Die zweite Option dreht sich um die Nutzung der Treiber, die bereits unter Windows XP ihren Dienst verrichten. Im Geräte-Manager klicken Sie das entsprechende Gerät mit der rechten Maustaste an, wählen Treibersoftware aktualisieren und entscheiden sich für Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen. Im folgenden Schritt weisen Sie die Routine an, auf der XP-Partition – normalerweise D: – zu suchen. Danach funktioniert auch der RAID-Controller.

Programme gemeinsam nutzen

Anwender, die bereits jetzt mit einem Dual-Boot-System arbeiten und zwei XP-Installationen nutzen, wissen aus eigener Erfahrung, dass es nicht reibungslos funktioniert, Programme gemeinsam zu nutzen. Das gilt auch für die Kombination aus XP und Vista.

Während sich beispielsweise das unter XP installierte Paint Shop Pro 9 problemlos starten lässt, bemängelt Winamp 5.12 die fehlende Datei PX.dll. Das Programm läuft aber dennoch, nur die Datenbank kann der Player nicht initialisieren. Adobe Acrobat 6 Professional verweigert den Start komplett, da keine gültige Seriennummer gefunden wurde. Den Startversuch von Adobe Photoshop Elements 4.0 quittiert Vista mit dem Dialog Programmkompatibilitätsassistent. Dieser weist die PC-Professionell-Tester darauf hin, dass für Adobe Photoshop Elements bekannte Probleme bei der Aktualisierung vorliegen. Ein Klick auf Online nach Lösungen suchen liefert den lapidaren Tipp, ein Update herunterzuladen – keine große Hilfe also. Allein diese Beispiele zeigen, dass die Software-Neuinstallation deutlich weniger Probleme bereitet.