IT-Gehaltstrends 2007, Teil 1
Studien und Experten: Gute IT-Leute werden 2007 wieder besser bezahlt

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Ob Nachwuchs, Neueinsteiger oder erfahrenes Personal, die deutsche Wirtschaft scheint bereit, im nächsten Jahr für ihre IT-Mitarbeiter tiefer in die Tasche zu greifen. Teil 1 einer dreiteiligen Serie über aktuelle Studien, Gründe für den wundersamen Gehaltanstieg und die Einschätzungen von Unternehmern.

Mehr IT-Jobs für mehr Geld

IT-Gehaltstrends 2007, Teil 1

Mehr Jobs für bessere Bezahlung? Darauf können sich tatsächlich alle Programmierer, Projektleiter, Berater, “Supportler”, Manager, Marketiers und sonstigen IT-Mitarbeiter freuen (solche Jobs sind etwa hier zu finden). Dabei hat die Branche stürmische Zeiten hinter sich: Bei den Gehältern gab es in den letzten Jahren ein regelmäßiges und heftiges Auf und Ab. Doch im Augenblick gibt es nur eine Richtung, denn der neue deutsche Aufschwung hat die Branche voll erfasst und sorgte schon 2006 für einen erfreulichen Aufwärtstrend – und dies wird noch stärker im nächsten Jahr stattfinden, bestätigen uns Praktiker aus den Firmen und Theoretiker in ihren Studien.

Die Trendumkehr setzte schon vor einigen Quartalen ein, berichtete der Gehaltsspiegel 2005/06 des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (http://www.bvdw.org/). Demnach entwickelten sich die Gehälter schon im laufenden Jahr positiv, während zugleich die Zahl der Arbeits- und Überstunden sank.

So blieb unter dem Strich ein Plus von durchschnittlich 2,6 Prozent auf der Lohnabrechnung. Diese Zahlen bestätigt auch eine frisch veröffentlichte Kienbaum-Studie: Demnach sind die Bezüge für IT-Fachkräfte um bis zu 2,7 Prozent und für Führungskräfte in der Spitze um 3,4 Prozent gestiegen. Grund seien die fortwährend positiven Entwicklungen der DV-Branche. Diese werden vor allem vom Software-Bereich getragen.


Wer verdient wieviel?

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Allerdings sei zu bedenken, dass sehr weite Gehaltsspannen zu beobachten sind. So verdient ein Vertriebsleiter je nach Unternehmensgröße zwischen 74.000 und 121.000 Euro im Jahr. Ein IT-Anwendungsentwickler erhält je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit zwischen 39.000 und 54.000 Euro, sein Chef um die 95.000 Euro.

Die IG Metall stellte in einer Untersuchung fest, dass Informatiker mit Uni-Abschluss im ersten Job durchschnittlich 49.000 Euro pro Jahr verdienen. Einsteiger von Fachhochschulen kommen auf 43.500 Euro und Absolventen von Berufsakademien auf rund 42.000 Euro.

Professor Christian Scholz von der Universität des Saarlandes berechnete noch in 2005 folgende Durchschnittsgehälter: IT-Berater 77.000 Euro, Controller und Qualitätssicherer 76.000 Euro, Systemspezialisten 72.000 Euro und SAP-Profis (ein absolut krisensicherer Job) verdienen 70.000 Euro. Die durchschnittlichen Jahresgesamtbezüge der Geschäftsführer in der IT-Branche lagen bei 174.000 Euro, bei sonstigen Führungskräften 93.000 Euro und für erfahrene Fachkräfte bei 58.000 Euro.


Spezifischere Anforderungen für spezifischere IT-Gehälter

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Das Job-Portal StepStone ermittelte anhand der realen Online-Offerten, das ein IT-Leiter derzeit durchschnittlich 75.000 Euro verlangen darf. Datenbank-Administratoren müssen sich dagegen mit 39.650 Euro begnügen. Supportler, die dem PC-Anwender intern wie extern auf die Sprünge helfen sollen, kommen im Schnitt nur auf magere 33.571 Euro. Einsteiger fangen mit deutlich weniger als 30.000 Euro an.

“Das Personal spielt eine zentrale Rolle: der Trend geht zu immer spezifischeren Anforderungen mit Blick auf Fähigkeiten, Erfahrungen und Qualifikationen. Die positive Gehaltsentwicklung geht einher mit einer zunehmenden Leistungs- und Erfolgsorientierung”, differenziert Christian Näser, Projektleiter der Kienbaum-Vergütungsstudie. Er untersuchte insgesamt 151 Unternehmen, die Daten zu 1.846 Einzelpositionen meldeten. Damit konnten 41 typische IT-Berufsbilder abgedeckt werden.


Christian Näser von Kienbaum: “Gehaltssteigerungen gehen einher mit höherer Leitungsorientierung”

In der morgigen Folge 2 gehen Unternehmer und Spezialisten aus der Branche darauf ein, wie sich die Gehälter in modernen Zeiten zusammensetzen (reine Fixgehälter gibt es immer weniger), wie die Aussichten für 2007 sind und wie Firmen mit Fachkräftemangel und Gehaltsfaktoren umgehen.