Brauchen die Second-Life-Avatare so viel Strom wie Brasilianer?

Allgemein

Buchautor Nicholas Carr will herausgefunden haben, dass die virtuellen Menschen in Second Life so viel Energie verbrauchen wie die wirklichen Bewohner des südamerikanischen Landes.

Die Rechnung geht ungefähr so: Zu jedem Zeitpunkt des Tages sind etwa 12.500 Avatare im Zweiten Leben aktiv. Die 4.000 Datenserver und Kühlsysteme, die die Existenz dieser Welt stützen, verbrauchen zusammen mit den 12.500 PCs, die zur Kontrolle der Avatare eingesetzt werden, 1.752 Kilowattstunden an Elektrizität – für jeden einzelnen Avater über den Zeitraum eines Jahres. Die genaueren Zwischenschritte dieser Rechnung finden sich in Carrs Blog “Rough Type”.

“Der durchschnittliche Bewohner Brasiliens verbraucht 1.884 Kilowattstunden”, schreibt Carr. “Da meine Avatarschätzung tatsächlich über den Daumen gepeilt und eher vorsichtig war, verbraucht der durchschnittliche Avatar von Second Life etwa so viel Strom wie der durchschnittliche Brasilianer.”
Er vergisst auch nicht zu erwähnen, dass der Stromverbrauch des durchschnittlichen Bürgers weltweit stark variiert. So verbraucht der Durchschnittsverbraucher eines entwickelten Landes 7.702 Kilowattstunden pro Jahr, die durchschnittlichen Verbraucher in den sich entwickelten Ländern kommen hingegen nur auf 1.015 Kilowattstunden.

David Douglas, bei Sun Microsystems als Vizepräsident für ökologische Belange verantwortlich, wies in einem Kommentar in Carrs Blog darauf hin, dass die Erzeugung von 1.752 Kilowattstunden Elektrizität einen Ausstoß von 1,17 Tonnen des Klimakillers CO2 zur Folge hat. Damit aber könne man sogar mit einem Geländewagen rund 3700 Kilometer weit fahren und mit einem Toyota Prius noch viel weiter.

“Avatare sind nicht ganz so immateriell, wie es scheint”, argumentiert Carr. “Sie haben keine Körper, aber sie hinterlassen Fussabdrücke. (Shaun Nichols/bk)

Linq

Rough Type

Nicholas Carr