Als “Amokläufer” gesuchter Schüler tot – mit Pistole des Grossvaters erschossen (2. Update)

Allgemein

Er war 18 Jahre alt und spielte gerne Computerspiele. Er brachte sich mit einer alten Pistole aus Familienbesitz um, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammte.

Die Eltern hatten ihn als vermisst gemeldet. Er stand unter dem vagen Verdacht, derjenige Schüler zu sein, der im Internet einen Amoklauf in einer Schule angekündigt hatte.
Seine Leiche wurde in einem Waldstück gefunden, wie die Polizei in Offenburg (Baden-Württemberg) mitteilte. Er sei ein Fan von Killerspielen und introvertierter Einzelgänger gewesen, sagte ein Ministeriumssprecher, und habe deshalb “ins Raster gepasst”.

Zuvor war in baden-württembergischen Schulen Alarmstimmung ausgebrochen. Mehrere Schulen waren geschlossen worden, viele Eltern schickten ihre Kinder nicht zur Schule.
Grund dafür war die Aussage von zwei Realschülern aus Rheinland-Pfalz gewesen. Sie hatten mit mehrtägiger Verzögerung der Polizei berichtet, dass ein ihnen Unbekannter im Chat parallel zu einer Runde Counter Strike angekündigt hatte, am Nikolaustag in seiner Schule Amok zu laufen.

Der tot aufgefundene 18jährige hatte sich an einem Technischen Gymnasium auf das Abitur vorbereitet und soll Schulprobleme gehabt haben. Es steht noch nicht fest, ob die Amoklauf-Drohung tatsächlich von ihm ausging.

Bevor er mit seinem silbernen Mountainbike in den Wald fuhr und sich mit der Waffe seiner verstorbenen Großvaters nahe einem Jäger-Hochstand umbrachte, verabschiedete er sich per SMS von einem Freund:

“Ich gehe morgen nicht zur Schule. Es geht mir dreckig.” (bk)

Hamburger Abendblatt

Frankfurter Rundschau