AMD kommt endlich mit 65-Nanometer-Chips

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AMD stellte heute seine lange verzögerten 65-Nanometer-Produkte vor. Die Ankündigung bringt wenig Überraschungen, aber sie haben es immerhin noch in diesem Jahr geschafft.

Mit den Bezeichnungen führt AMD die Tradition der bisherigen undurchsichtigen Typennummern fort. Alle 65-nm-Teile haben eine typische Leistungsaufnahme (TDP) von 65 Watt. Alle Produkte der ersten Generation sind sogenannte X2s. Single-Core-Teile werden erst im nächsten Jahr kommen, wenn AMD die 65-nm-Produktion hochfährt.
AMD arbeitet jetzt mit halben Multiplikatoren, das bedeutet 100-MHz-Schritte. Es kommen also ein 5000+ mit 2,6 GHz, ein 4800+ mit 2,5 GHz, ein 4400+ mit 2,3 GHz und ein einsamer 4000+ mit 2,1 GHz. Es gilbt keine gute Erklärung dafür, warum es nichts mit 2,4 GHz und 2,2 GHz gibt – außer vielleicht Sonnenflecken oder sächsische Feiertage, die uns nicht bekannt sind. Haben wir schon erwähnt, dass die Teile mit einer Strukturbreite von 65 Nanometer erstmal alle aus AMDs Fab36 in Dresden kommen? Jetzt haben wir.
Die Chips kosten 301, 271, 214 und 169 US-Dollar. Wenn man sie in 1000er-Paketen kauft, also in der ersten Reihe der bevorzugten OEMs steht.
Wir konnten auch erfahren, dass die Ausbeute guter Chips aus einem 65-Nanometer-Wafer höher ist als aus einem 90-Nanometer-Wafer. Beide kommen auf 12-Zoll-Wafern (oder 300 mm, wie diese Größe in Europa bezeichnet wird). Daher bedeutet die Schrumpfung um rund 33 Prozent, dass AMD eine geringere Ausbeute an prozentualer Chipmasse bekommt, aber am Ende kommen mehr Teile dabei heraus.
Die Kapazität vergrößert sich also. Das wird die Lieferengpässe mildern – oder es bedeutet Überkapazität, abhängig davon, was sich der Markt einfallen lässt. In jedem Fall wird mit dem weiteren Umstieg auf die Fertigung in der Strukturbreite von 65 Nanometer die Kapazität erheblich steigen.
Wir schließen mit zwei weiteren Zahlen. Etwa im ersten Quartal wird AMD bereits mehr in 65 Nanometer herstellen als in 90 Nanometer. Der volle Umstieg wird bis gegen Ende des Jahres erfolgen. (Redaktion Inquirer/bk)

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