HP verweigert Druckdienst
Magische Tintenmischung

DruckerKomponentenWorkspace

Single-Ink-Drucker von HP benötigen neuerdings eine Initialisierung mit einem speziellen Starter-Set. Die Begründung dafür ist ziemlich sonderbar.

Der Drucker rührt sich nicht

HP verweigert Druckdienst

Der neue HP-Drucker ist da. Auspacken, anschließen und Treiber installieren geht schnell. Die mitgelieferten Tinten sind eh nur halb voll, die wandern als Reserve gleich in die Schublade. Für Notfälle. Jetzt noch einen neuen Satz voller Kartuschen rein und los geht?s. Doch warum rührt sich der Drucker nicht? Weil alle neuen Single-Ink-Drucker von HP zwingend den mitgelieferten Tintensatz brauchen. Sollte man vor dem ersten Druck gleich volle Tinten einsetzen, verweigert der HP den Dienst. Eine Meldung auf dem Bildschirm erklärt, dass er sich ohne den mitgelieferten Tintensatz nicht initialisieren kann. Doch wofür muss ein Tintendrucker eigentlich initialisieren? PCpro hat bei HP nachgefragt.

Es droht Transportschaden

Laut HP werden die Druckköpfe bei der Auslieferung mit einer schwach konzentrierten Tinte befüllt. Das soll angeblich Transportschäden in der Elektronik des Druckkopfs verhindern. Die Patronen im Starter-Satz (Host Ink Cartridges) sind dagegen mit höher konzentrierter Tinte gefüllt. Beim Einsetzen vermischt sich diese über Schläuche mit der im Druckkopf und bildet so eine gleichmäßige Mischung. Das soll den Druckkopf im »bestmöglichen Zustand für hochqualitative Ausdrucke« halten. Die etwa vierminütige Initialisierung benötigt alle sechs Patronen. Bei HP läuft das Verfahren für Single-Ink-Drucker unter der Bezeichnung SPT (Scalable Printing Technology). Es wird nur verwendet bei den folgenden Photosmart-Modellen: 3110, 3210, 3310, C5180, C6180, C7180, PS 8250, D6160, D7160 und D7360.

Allerdings wird nicht klar, wie Tinte im Druckkopf vor Transportschäden schützen kann. Und was passiert, wenn ein Anwender den HP-Drucker transportiert? Folgt man der HP-Erklärung, droht dann ein Transportschaden.

Wenn der Drucker vor dem ersten Einsatz streikt, weil sofort Ersatztinte eingesetzt wurde, kann der Käufer wieder die Originalkartuschen einsetzen, dann startet die Initialisierung. Falls das Starter-Set nicht mehr vorhanden ist, schickt der HP-Service es zu. Im Handel sind diese Patronen nicht erhältlich.

Auch OKI sperrt Druck

Auch Anwender, die einen neuen OKI-Laserdrucker gekauft haben, dürfen den Startertoner auf keinen Fall durch einen neuen ersetzen. Denn dann ist der Toner nicht mehr verwendbar. Die Kartusche hat wie alle neuen OKI-Toner einen RFID-Chip. Mit diesem wird der Toner zur weiteren Verwendung gesperrt. OKIs Erklärung: »Wir wollen verhindern, dass die Startersets auf dubiosen Kanälen wieder in den Markt kommen, deshalb werden sie unbrauchbar gemacht.«