Der Beweis? Killer durch Killerspiele

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Die Auswirkungen von Mediengewalt auf Gamer untersucht eine Studie der Uni Potsdam. Die Ergebnisse sind überraschend eindeutig.

Forscher halten sich mit eindeutigen Aussagen gerne zurück. Anders die Psychologen der Universität Potsdam. Im Streit um brutale PC-Spiele nach dem Amoklauf von Emsdetten haben die Forscher überraschend deutlich Stellung bezogen: “Der Konsum von Computerspielen mit hohem Gewaltgehalt erhöht bei Erwachsenen wie auch Kindern und Jugendlichen die Aggressionsbereitschaft”, heißt es klipp und klar in einer aktuellen Mitteilung zu den Ergebnissen einer mehrjährigen Studie.

Die Untersuchungen der Potsdamer Uni zeigen angeblich, dass gewalthaltige Videospiele aggressives Verhalten sowie aggressive Gedanken und Gefühle im Spieler begünstigen”, und darüber hinaus “die Abrufbarkeit feindseliger Gedanken erhöhen”.
Schon das Anschauen eines Trailers begünstige eine “feindselig-getönte Situationswahrnehmung”. Und es kommt noch schlimmer: Die Beschäftigung mit Gewaltspielen bestimmt “noch Jahre später die Aggressionsbereitschaft der Spieler”, erklären die Potsdamer Autoren.
Insgesamt nahmen an der Studie zwischen 2004 und 2006 fast 5000 Probanden teil. Dabei stützten sich die Psychologen auf Online-Befragungen. Daneben gab es Interviews mit Gamern und auch zwei Experimentalstudien im Labor.

Die Autoren der Studie lassen unmissverständlich erkennen, auf welcher Seite sie in der aktuellen Gewaltdiskussion stehen. So verweisen sie darauf, dass auch die “internationale Forschung die Verbindung des Konsums von Mediengewalt in Film, Fernsehen oder interaktiven Computerspielen mit erhöhter Gewaltbereitschaft betont.” Die Mitteilung klingt fast so, als wollten sie die Diskussion um Killerspiele ein für allemal beenden. Das allerdings dürfte auch mit dieser Studie nicht gelingen.
(mto)

(Bild: Doom 3, Activision)

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