Richter erklären Anti-Videospiel-Gesetze in den USA für verfassungswidrig

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Während hierzulande Politiker mit Nachhall nach neuen Gesetzen gegen “Killerspiele” rufen, stoppen US-Richter bereits wieder solche Gesetze.

Ein Bundesrichter in Louisiana erklärte ein Gesetz für ungültig, das der bekannte Anti-Videospiele-Kreuzzügler Jack Thompson formuliert hatte und im Juni durch das Parlament des US-Staates verabschiedet worden war. Besonders umstritten an diesem Gesetz war, dass die jeweils “lokal üblichen Maßstäbe” herangezogen werden sollten, wenn es um die Einschätzung der Gewalt in einem Spiel und das Verkaufsverbot gehen sollte. Eben solche Gummiparagraphen gibt es in den einzelnen US-Staaten bereits in Gesetzen gegen Obszönität. Das wiederum führt in ländlichen Regionen, aus denen die USA überwiegend bestehen, immer wieder zu Gerichtsurteilen, über die sich der Rest der aufgeklärteren Welt nur ausschütten kann vor Lachen.
Der unabhängige Richter James Brady wollte solches Gelächter lieber nicht hören. Die eingereichten Beweise für den angeblichen Zusammenhang zwischen Videospielen und der Gewalt im wirklichen Leben hielt er zudem für zu “dünn und spekulativ”.
Einen Tag zuvor hatte bereits im US-Staat Indiana ein Berufungsgericht das Urteil eines Gerichts bestätigt, das ein ähnliches Gesetz in diesem Staat als nicht verfassungsgemäß abgewiesen hatte.
Die unabhängigen Gerichte haben damit klar gesagt, was sie vom populistischen Gesetzebasteln der Politiker halten. Sie erklärten übereinstimmend, dass auch Videospiele unter dem Schutz des ersten amerikanischen Verfassungszusatzes stehen und in der Gesetzgebung nicht anders behandelt werden dürfen.
Ob es hier auch Richter mit solchem Sachverstand und unabhängiger Meinung gibt? (Nick Farrell/bk)

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