Killerspiele: Gamer-Gehirn im Kernspintomographen

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Machen brutale PC-Spiele doch aggressiv? Amerikanische Forscher haben die Gehirnaktivität bei jugendlichen Gamern untersucht.

Gewalttätige Computerspiele erzeugen bei Jugendlichen emotionale Erregung und verringern gleichzeitig die Fähigkeit zur Selbstkontrolle. Diesen Schluss legt eine aktuelle Studie der Indiana University School of Medicine nahe.
Demnach regt das Spielen eines Ego-Shooters Bereiche im Gehirn an, die für emotionale Errregung stehen. Weniger Aktivität zeigten in der Studie dagegen diejenigen Gehirnregionen, die für Tätigkeiten wie Planung oder Selbstkontrolle stehen.

Bei dem Experiment mussten 44 Jugendliche ein gewalttätiges und ein gewaltfreies PC-Spiel spielen. Nach Reuters-Informationen handelte es sich dabei um “Medal of Honor: Frontline” und “Need for Speed: Underground.” Nach jeder Spiel-Session wurde die Gehirnaktivität mit der so genannten Funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) gemessen.

Die Studie wurde auf einer Konferenz der radiologischen Gesellschaft Nordamerikas in Chicago vorgestellt. Die Ergebnisse dürften Wasser auf den Mühlen der Gegner von Ego-Shootern sein. In der hitzigen Diskussion nach dem Amoklauf von Emsdetten fordern sie vehement ein Verbot der so genannten Killerspiele. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass die beschriebene Wirkung auf Gamer-Gehirne nur von kurzer Dauer ist. Der Schluss, dass intensives Spielen von Ego-Shootern dauerhaft zum Abbau von Hemmungen führt oder gar aggressiv macht, bleibt auch nach dieser Studie – reine Spekulation. (mto)