Putschisten in Thailand wollen null Laptops für Kinder

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Die nach dem gewaltlosen Putsch in Thailand regierende Junta hat nicht nur den zuvor geplanten Wechsel zu Open Source abgesagt. Die Putschisten wollen jetzt auch nichts mehr vom Programm “One Laptop per Child” (OLPC) wissen.

Die Abneigung gegen das mit Linux und weiterer Freier Software bestückte MIT-Projekt teilen sie unter anderem mit Microsoft. Die neuen Herrscher erklärten, dieses Projekt habe dem zuvor fünf Jahre lang regierenden Ministerpräsidenten Thaksin nur dazu gedient, politische Unterstützung für seine Thai-Rak-Partei zu bekommen.
Erziehungsminister Wijit Srisa-arn erklärte laut Bangkok Post:
“Diese Projekte sind nicht dringend und stehen nicht in meinem Plan für die Bildungsreform.”
Ausgaben für Technologie, Hardware und Infrastruktur solle es erst wieder geben, wenn grundlegende Bildungsstandards erreicht wären und der Staat dafür bereit sei. Die Interimsregierung setze ihren Schwerpunkt nicht auf die materielle Entwicklung. Manchmal könne Hochtechnologie auch eine Belastung sein, so der Minister.
Dem Bericht zufolge pflichtete auch Khammool Paengsawat, Schulrektor in Nong Khai, bei. Die Lehrer und die Schulverwaltungen seien nicht beunruhigt wegen der aufgegebenen Pläne. Ursprünglich sollten alle Grundschüler OLPC-Notebooks erhalten, 250.000 Computer für die Schulen angeschafft und in jeder Schule ein schneller Internetzugang eingerichtet werden. Doch der Rektor hält seine Lehrer ohnehin nicht des Umgangs mit dieser “Hochtechnologie” für fähig:
“Außerdem wissen wir, dass das Erziehungspersonal überwiegend noch nicht in der Lage ist, mit der Technik umzugehen.”
Als ob ihnen das nicht ihre Schüler hätten beibringen können … (Nick Farrell/bk)

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Bangkok Post