Niedersachsen will Kohle scheffeln mit Online-Spielkasino

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Niedersachsen will “Killerspiele” ebenso verbieten wie die Sportwetten privater Anbieter. Das hindert die scheinheiligen Landespolitiker aber gar nicht daran, im großen Geschäft mit der Internet-Spielsucht ganz vorne mitmischen zu wollen.

Sie haben es eilig: Noch in diesem Jahr will Niedersachsen virtuelles Monte Carlo spielen und ein eigenes Internet-Kasino eröffnen, berichtet die Wirtschaftswoche in ihrer am kommenden Montag erscheinenden Ausgabe.
Eigentlich sollte es gar keine Online-Glücksspiele geben, hatte es eben noch geheißen. Denn nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im März 2006 ist das staatliche Monopol nur gerechtfertigt, wenn es hilft, die Spielsucht einzudämmen. Deshalb sollte der neue Lotto-Staatsvertrag, den die Ministerpräsidenten der Bundesländer am 13. Dezember unterschreiben werden, angeblich Online-Glückspiele vollständig verbieten und auch Online-Anbieter aus dem Ausland vom deutschen Glückspiele-Markt mittels technischer Mittel vollständig fernhalten.
Zu unserer großen Überraschung dürfen wir nun zur Kenntnis nehmen, dass es weitreichende Ausnahmen geben soll. Bereits im Dezember nämlich möchte die Spielbank Niedersachsen als erste deutsche Spielbank ein reines Online-Spielkasino aufmachen. SpielbankSprech Karen Krüger: “Wir sind zuversichtlich, bis Ende des Jahres zu starten.” Nur noch eine Formsache soll die Genehmigung durch Landesfinanzminister Hartmut Möllring sein.
Vielleicht gibt es ja eine rationale Erklärung für diese wechselwindige Politik, wenn wir der Spur des Geldes folgen. In den Lotto-Verwaltungen warten schon seit vielen Jahrzehnten die Alterspfründe für verdiente Landespolitiker nach ihrer Abhalfterung. Die haben offensichtlich doch schon begriffen, das wir im Online-Zeitalter leben. (bk)

Wiwo

Internet-Provider sollen ausländische Glücksspiele wegfiltern

Länder: Internetverbot für Sportwetten und Glückspiele