Der Sieger im Konsolenkrieg heißt IBM

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Wer eine Videospiele-Konsole kauft, ob die nun Wii, Playstation 3 oder Xbox 360 heißt – der bekommt immer von IBM entwickelte Prozessorkerne. IBM lacht und trägt das Geld zur Bank.

Obwohl IBM mit Apple einen wichtigen Powerchip-Kunden an Intel verlor, fiel die Bilanz nicht nur besser als erwartet, sondern glänzend aus. Wie die Baltimore Sun berichtet, verkauft IBM in diesem Jahr voraussichtlich Chips und damit verbundene Entwicklungsdienste im Wert von 3,7 Milliarden US-Dollar. Letztes Jahr waren es nur 2,9 Milliarden und das Jahr zuvor “nur” 2,5 Milliarden.
Das ist ein Haufen Kohle, wenn man bedenkt, dass Analysten noch vor ein paar Jahren wahrsagten, IBM müsse seine Abteilung für Mikroelektronik wegen laufender Verluste abstoßen.
Gelungen ist dieses Manöver durch die enge Zusammenarbeit mit den Abnehmern Microsoft, Nintendo und Sony. Da ist noch Luft drin, meint IBMs Hardware-Chef William Zeitler:

“Ich denke, wir sind da am gleichen Punkt der Entwicklung wie in den frühen 90ern beim Outsourcing. Eine Menge Leute waren skeptisch, und jetzt stellt es einen großen Teil von IBMs Portfolio dar. Wir hatten das richtige Angebot zur genau richtigen Zeit.”

Seiner Ansicht nach holte IBM den Konsolenmarkt, weil seine Firma anders als Intel und AMD nicht nur mit Taktrate und dergleichen prahlte. IBM habe vielmehr von Anfang an auf ein Multicore-Design gesetzt, das die Effizienz durch viele gleichzeitig berücksichtigte Faktoren wie Energieverbrauch und Grafik-Rendering sicherte.
IBM will den Erkenntnisgewinn aus der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen jetzt auch in anderen Bereichen umsetzen. Der neu gegründete Bereich “Technology Collaboration Solutions” soll das Prinzip einer solchen engen Zusammenarbeit jetzt auch in anderen Industriesektoren wie Telekommunikation, Verteidigung und Medizin umsetzen. (Nick Farrell/bk)

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