Microsofts Ballmer würgt an seinen Linux-Sprüchen

Allgemein

Microsoft-Boss Steve Ballmer hat einen PR-Albtraum geschaffen mit seinem patentrechtlichen Säbelrasseln gegen Linux. Nicht nur sein Vertragspartner Novell ging auf Distanz.

Novell-Chef Hovsepian sah sich schon gleich zu einem “offenen Brief” an die Open-Source-Gemeinde genötigt, nachdem Ballmer der Presse geflüstert hatte, die Linux-Benutzer schuldeten Microsoft etwas für “geistiges Eigentum”. Borg-Sprecher mussten ebenfalls eine Erklärung abgeben, um seine ursprünglichen Kommentare harmloser erscheinen zu lassen.
Schreiber von Computerworld stießen auf Kunden von Suse Linux, die eine ziemliche Wut im Bauch hatten wegen der “auf Grund des Saldos noch offenen Verpflichtung”, von der Ballmer geschwurbelt hatte.
Barry Strasnick, CIO des Finanzdienstleisters CitiStreet, der in seinen Datenzentren Red Hat Linux einsetzt, nahm erheblichen Anstoss an Ballmers Kommentaren. Er meinte, wenn Ballmer wirklich davon ausginge, dass Linux Microsoft-Patente verletze, dann sollte er diese Programmzeilen augenblicklich veröffentlichen, statt sich vor der Presse in Positur zu bringen. Die Verbreitung von Furcht, Ungewissheit und Zweifeln (FUD) hätten vielleicht ihre Wirkung getan, als Microsoft in der 1970ern IBM anging, das gelte aber nicht für die Gegenwart.
Ballmers Kommentare scheinen nun auf die eigene Firma zurück zu fallen, da IT-Vorstände erkennen lassen, dass sie nach Ballmers groben Sprüchen schon gar nicht mehr geneigt sind, auch nur mit einzelnen Anwendungen auf Borg-Plattformen zu wechseln. (Nick Farrell/bk)

Linq

Computerworld