Gefangen in der Funkzelle

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Das Wort Funkzelle hat eine neue Bedeutung bekommen. Britische Gefängnisse erlauben ihren Insassen die Benutzung von Mobiltelefonen.

Das Gefängnis Lowdham Grange wird von dem privaten Dienstleister Serco Group betrieben, dessen deutsche Tochtergesellschaft Serco GmbH auch die teilprivatisierte Justizvollzugsanstalt im osthessischen Hünfeld betreibt.
Die Gefängnisleitung hat sich entschieden, allen Insassen Handys zu überlassen. Sie können also mit ihren Lieben draußen parlieren, so oft und lange sie wollen. Das dürfte letztlich eine ganz pragmatische und kostensparende Entscheidung sein, da es wohl teurer war, als die Gefangenen sich noch in endlosen Schlangen vor einem Münztelefon anstellen mussten.
Den britischen Boulevardzeitungen gefällt das weniger. Sie predigen ihren Lesern, ein solcher “Luxus” widerspreche dem Sinn der Inhaftierung. Wie die “Mail on Sunday” klarstellte, sollte das Gefängnis ein Platz bleiben, “an den die Leute nicht gerne zurückkehren wollen”.
Ein einstmals Straffälliger, den der INQ zu diesen Fragen konsultierte, wusste zu berichten, dass die Gefangenen schon immer Handys einschmuggelten. Erschreckend hört sich allerdings an, dass sie üblicherweise in einer rückwärtigen Körperöffnung versteckt werden. Unsere Augen wurden feucht, als wir erfahren mussten, dass sich diese Schmuggelmethode auch auf das Ladegerät bezog.
“Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Gefangenen keine Angst mehr haben, Anrufe zu bekommen”, informierte der Experte den INQ. “Man musste das Telefon nach der Benutzung immer gleich wieder abstellen, weil die Wärter etwas hätten mitbekommen können, wenn es klingelte.” (Dean Pullen/bk)

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