Desktop-Tools gegen Web-Services
Lebt Google im Wolkenkuckucksheim?

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Ein webbasiertes Büro braucht für effizientes Arbeiten noch immer die Vielfalt der Desktop-Anwendungen

Komplizierte Anwendungen im Web Fehl am Platz?

Desktop-Tools gegen Web-Services

Vorigen Monat hat Google JotSpot erworben, ein Wiki, das verschiedene Typen von Dokumenten, einschließlich Tabellenkalkulation und Präsentationen versteht. Auf der anderen Hemisphäre der Kluft zwischen Online und Offline hat Microsoft soeben die Arbeiten an seinem Paket Office 2007 beendet.

Googles Bestreben, ein vollständiges Paket von Office- und Produktivitäts-Tools als Web-Service zu entwickeln, scheint von größerer Bedeutung zu sein, als nur ein weiteres Office-Paket auf den Markt zu bringen – aber es gibt kaum einen Schimmer am Horizont, der das alte Office schnell ersetzen würde.

Man sollte zwischen Online-Storage und Online-Anwendungen klar unterscheiden. Viele Probleme lassen sich z.B. mit der Online-Speicherung von Dokumenten tatsächlich lösen, etwa der Zugriff von überall. Bei den Online-Anwendungen, die häufig browserbasiert sind, ist das schon ein bisschen komplizierter.


Konstruierte Web-Anwendungen, fordende Desktop-Lösungen

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Die meisten von uns nutzen ihre eigenen Laptops und kaum ein Internet-Café, wenn sie außer Haus sind und Dinge wie Berichte über ein Meeting schreiben wollen. Auch wenn die webbasierten Büroanwendungen wie Google Spreadsheets und das Google-Textverarbeitungsprogramm Writely Online bemerkenswert gut sind, fallen sie doch in Bezug auf Leistung und Eigenschaften hinter den traditionellen Desktop-Programmen zurück. Deshalb wollen die meisten von uns auf diese auch nicht verzichten.

Online-Anwendungen von Google und anderen haben echte Vorteile, wenn es um die gemeinsame Arbeit an Dokumenten (Collaboration) oder die Vermischung von Daten aus unterschiedlichen Quellen geht – und die Produktivität dabei zweitrangig ist. Aber für meinen Geschmack haben die Protagonisten von Web 2.0 zu viel Mühe und Aufwand in die reinen Online-Anwendungen gesteckt anstatt sich um die Vorteile einer Symbiose aus Online- und Offline-Welt zu kümmern. Aber auch Microsoft hat nicht den ultimativen Schlüssel zur Weisheit.

Office 2007 ist der Gegenpol zu Google. Es bietet großartige Collaboration-Funktionen, aber eben größtenteils im Kontext eines Windows-basierten Intranets. In diesem muss jeder Teilnehmer mit der neuesten Microsoft-Version Schritt halten und ebenso die notwendige Hardware haben, um damit zufriedenstellend arbeiten zu können.


Überraschung von Microsoft

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Überraschenderweise kommt von Microsoft eine Anwendung, die zwischen der Vielfalt lokaler Anwendungen und der Reichweite des Internets einen weicheren Übergang schafft: Windows Live Writer. Mit diesem kostenlosen Programm, jetzt in der Beta-Phase, kann man etwa Blogs Offline generieren und sie dann mit einem einzigen Mausklick ins Internet befördern. Die Anwendung funktioniert mit verschiedenen Blog-Engines und enthält einfache aber nützliche Bildbearbeitungstools, die mit JavaScript niemals repliziert werden könnten. Die Ausgabe respektiert – ungewöhnlich für Microsoft – Internet-Normen, und auch der Cross-Plattform-Betrieb funktioniert gut. Das Ergebnis und die Bedienung sind wesentlich besser als mit Browser-basierten Editoren

Live Writer ist nur ein kleines Dienstprogramm, aber es stellt auf anschauliche Weise dar, wie Online- und Offline-Anwendungen miteinander verbunden werden können, um einen hervorragenden “Mischling” zu erschaffen. Da kommen Web-Traum und Desktop-Realität besser zusammen als je zuvor.