EU: Playstation-Folterspiele sind nichts für Kinder

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Der Justizkommissar der Europäischen Union ist über ein Playstation-Spiel empört. Für nächsten Monat ruft er deshalb die Innenminister zusammen, um Maßnahmen gegen obszöne und gewaltsame Spiele zu besprechen.

Der frühere italienische Außenminister Franco Frattini, heute Justizkommissar der EU, will “obszönes” Material von Jugendlichen fernhalten. Für solches hält er insbesondere das Spiel “Rule of Rose”, das für die Konsole Playstation 2 veröffentlicht wurde.
Dieses Survival-Horror-Game spielt in der 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das junge Mädchen Jennifer wird in das Waisenhaus “Rose Garden” gesteckt und möchte dort nicht bleiben. Sie wird wiederholt geschlagen und gedemütigt, während sie zu fliehen versucht. Unter anderem wird sie gefesselt, geknebelt, mit Flüssigkeiten übergossen und in das “Dreckszimmer” gesperrt.
Das Spiel erhielt die Einstufung “ab 16 Jahren” von der unabhängigen Pan European Game Information (PEGI). Frattini ist jedoch der Ansicht, solche freiwilligen Bewertungen reichten nicht länger aus, um zu verhindern, dass Spiele mit obszönen Inhalten in jüngere Hände fallen: “Eine zunehmende Anzahl solcher Spiele zeigt und glorifiziert Gewalt, manchmal extreme Gewalt.”
Das schreckliche Waisenhaus-Spiel entsetzte ihn besonders: “Es geht um ein junges Mädchen, das seelischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt wird. Das hat mich schwer schockiert wegen der obszönen Grausamkeit und Brutalität.”
Auch der Bürgermeister von Rom wollte das Spiel bereits verbieten. In den USA hat Sony das Spiel gar nicht erst veröffentlicht, da öffentliche Entrüstung wegen angeblichen lesbischen und sadomasochistischen Untertönen des Spiels befürchtet wurde. Den amerikanischen Vertrieb übernahm jedoch eine kleine unabhängige Firma. In England wiederum soll das Spiel durch eine italienische Firma vertrieben werden, die sich bislang nicht die übliche Bewertung des “British Board of Film Classification” einholte.

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