Schlammschlacht zwischen FSF und Microsoft

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Zwischen der Free Software Foundation und Microsoft bahnt sich eine hässliche Schlammschacht an: Die FSF will die GPL V3 verändern, um den Novell-Microsoft-Deal zu blockieren und Steve Ballmer droht mit der Patent-Keule.

Der Patent-Deal zwischen Novell und Microsoft sorgt schon so für dicke Luft im Pinguin-Lager: Nun legt Eben Moglen, der Rechtsvertreter der FSF, noch nach. Der Anwalt erklärte gegenüber CNN, dass die kommende Version 3 der GPL so verändert werden soll, dass ein Abkommen wie das zwischen Novell und Microsoft gegen die GNU-Lizenz verstößt. Welche Auswirkungen das haben wird ist aber noch offen, da die GPL V3 im OSS-Lager nicht unumstritten ist. So hat die Mehrzahl der Kernel-Entwickler mit Linus Torvalds an der Spitze schon erklärt hat, der Linux-Kernel würde auf keinen Fall unter die neue Lizenz gestellt werden. In einem Statement von Novell gegenüber CNN ist zu lesen, dass man das Abkommen mit MS als Gewinn für Linux im Firmenumfeld betrachte und dass die neue Lizenz das nicht gefährden solle, wenn sie lebenfähig und relevant sein solle. Zudem merkte der Novell-VP John Dragoon an, dass Novell schließlich eine Menge zu Linux begetragen hätte und 250 OSS-Entwickler beschäftige.
Auf jeden Fall ist es tatsächlich reichlich fragwürdig, extra die GPL zu ändern nur um im Kreuzzug gegen Microsoft einen Punkt machen zu können.
Auf der anderen Seite schüttete Microsoft-Boss Steve Ballmer derweil noch eine tüchtigen Schwung Benzin ins Feuer: Auf einer SQL-Konferenz in Seattle ließ er in einer Fragerunde nach seiner Keynote verlauten, dass Tele des Linux-Kernels Microsoft-Patente verletze. Beweise dafür blieb Ballmer bisher aber schuldig, so dass seine Drohung auch unter die Kategorie FUD fallen könnte. Das wäre für Ballmer durchaus auch nichts neues. (KLA)

CNN zur FSF und der GPL V3
Computerworld zu Steve Ballmers Drohgebärden