8 Datenrettungs-Tools
Datenwiederbelebung

Big DataData & StorageSicherheit

Bei scheinbar endgültigen Datenverlusten ist oft nur die logische Struktur der Festplatte beschädigt. Die richtige Software holt auch verloren geglaubte Datenbestände wieder zurück. Acht Rettungstools im Test.

Diese Produkte haben wir verglichen

8 Datenrettungs-Tools

_Ontrack Easy Recovery Professional Edition 6.10
_Stellar Phoenix FAT&NTFS 2.1
_DTI Recover It All Pro 4.1
_O&O-Software Disk Recovery 4.0 Admin Edition
_Convar PC Inspector File Recovery 4.0
_X-Ways Software Technology AG Davory 2.03


Gelöscht, formatiert, repartitioniert

8 Datenrettungs-Tools

Wer kein Backup hat, guckt im Falle eines Festplatten-Ausfalls schnell in die Röhre. Richtig Pech hat man aber nur, wenn die Festplatte mit den Daten physikalisch beschädigt ist: Dann muss ein Datenrettungslabor bemüht werden. Das kommt aber eher selten vor. In den meisten Fällen sind die Daten noch auf der Festplattenoberfläche vorhanden, nur kommt man mit Bordmitteln des Betriebssystems nicht heran. Dann schlägt die Stunde der Datenrettungs-Tools, die die Daten wiederbeleben.

Ein klassischer Fall für die Tools sind versehentlich gelöschte Dateien. Sobald der Windows-Papierkorb geleert wurde, hat das Betriebssystem keinen Zugriff mehr, obwohl die Datei – zumindest solange kein weiterer Schreibzugriff an ihrem Speicherort mehr stattfindet – noch komplett vorhanden ist. Gleiches gilt, wenn durch einen Bedienfehler ein Laufwerk formatiert oder auch eine Festplatte neu partitioniert wird. In allen Fällen ist grundsätzlich eine Datenrettung möglich.

Datenrettungstools scannen die Festplattenoberfläche und versuchen, aus den vorliegenden Datenschnipseln wieder ganze Dateien zusammenzusetzen. Hilfreich ist hierbei, wenn das Programm verwertbare Informationen über Partitions- oder Dateistruktur findet, das beschleunigt den Wiederherstellungsprozess.

Bild: Spanned Volumes, also Partitionen, die über mehrere Festplatten reichen, können nicht alle Reparatur-Programme auslesen


R-Tools R-Studio 3.0

8 Datenrettungs-Tools

Zuverlässig und zügig erledigt R-Studio sämtliche Wiederherstellungsaufgaben im Test. Hervorzuheben ist die übersichtliche Darstellung, so dass auch komplexe Partitionierungen nicht zum Problemfall werden. Mit 90 Euro ist das Programm zudem vergleichsweise preiswert.


Die Testkriterien

8 Datenrettungs-Tools

Die Tests beschränken sich auf das Dateisystem NTFS, da FAT32 zunehmend an Bedeutung verliert. Testsysteme sind ein Server (Dell Poweredge 2800/Xeon 3,4 GHz/Windows 2003 Server R2) und ein PC (Athlon 64FX/3200+/XP Professional). Der Server hat vier SCSI-Festplatten, der PC läuft auf den schnellen S-ATA-Festplatten Raptor 360 von Western Digital.

Basisdatenträger

Auf einem Basisdatenträger ist eine 5 GByte große Partition eingerichtet. Darauf werden 1285 Dateien mit einem Gesamtumfang von knapp 500 MByte kopiert. Es handelt sich um typische Arbeitsdaten (JPEG, TIFF, Word, Excel, PDF, ZIP). Anschließend werden aus einem Verzeichnis 20 JPEG-Fotos gelöscht, weiterhin ein Verzeichnis ebenfalls mit 20 JPEG-Fotos sowie ein Verzeichnis samt dreier Unterverzeichnisse mit 20 gemischten Dateien. Ziel ist es, die gelöschten Dateien wiederherzustellen. Ermittelt werden die Zeit und die Trefferquote.

Dynamische Datenträger

Die Datenträger 2 und 3 sind als dynamische Datenträger konfiguriert, um zu prüfen, ob die Testkandidaten auch mit diesem Laufwerkstyp zurechtkommen. Wie bei Test eins wird eine 5 GByte große Partition eingerichtet und identisch bestückt, ansonsten ist das Testverfahren gleich.

Spanned Volumes

Eine Partition wird auf zwei Laufwerke erweitert. Insgesamt 22 290 Dateien mit 7,3 GByte werden hierauf verteilt. Anschließend löschen die Tester 1708 Dateien, die gerettet werden sollen. Hier treten bereits erste Schwierigkeiten auf. Nur drei Programme (File Recovery, Davory , R-Studio) können auf die Partition zugreifen und gezielt die gelöschten Dateien ermitteln.

Easy Recovery listet beim ersten Scan alle 22 290 Dateien inhaltlich auf, sie sind aber alle korrupt. Beim zweiten Scan im Raw-Modus werden rund 35 000 Dateien gefunden, viele Fragmente, aber auch viele lesbar. Format Recovery 4.0 Admin Edition will mit 22 434 Dateien ebenfalls den gesamten Datenbestand retten. Das Heraussuchen der 1708 gelöschten Dateien bleibt in beiden Fällen dem Anwender überlassen. Disk Recovery ist mit 1751 treffsicherer, darunter ist eine vorher nicht vorhandene BMP-Datei mit 5,6 GByte Größe. Recover It All und Phoenix bleiben bei der Dateisuche hängen.


Testergebnisse im Überblick

8 Datenrettungs-Tools

Hersteller Produkt Gesamturteil Leistung (40%) Ausstattung (30%) Bedienung (20%) Service ( 10%)
Ontrack Easy Recovery Professional Edition 6.10 befriedigend befriedigend gut befriedigend gut
Stellar Phoenix FAT&NTFS 2.1 befriedigend befriedigend befriedigend gut befriedigend
DTI Recover It All Pro 4.1 befriedigend befriedigend befriedigend gut befriedigend
O&O-Software Disk Recovery 4.0 Admin Edition ausreichend ausreichend befriedigend ausreichend befriedigend
Convar PC Inspector File Recovery 4.0 ausreichend ausreichend ausreichend befriedigend befriedigend
X-Ways Software Technology AG Davory 2.03 ausreichend ausreichend ausreichend ausreichend mangelhaft