EU an Microsoft: 3 Millionen täglich, wenn nicht …

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Die Borg haben wieder einmal bis zur letzten Minute taktiert. Die EU-Wettbewerbskommissarin will ihnen jetzt die verdiente Quittung geben.

Einem Bericht des britischen Guardian zufolge hat Redmond bis zum 23. November Zeit – das fällt zufällig mit dem in den USA groß gefeierten Erntedankfest zusammen -, die noch ausstehenden Informationen für die Konkurrenz zu liefern, damit auch diese die gleichen Chancen bekommt, Anwendungen für das neue Betriebssystem Windows Vista zu entwickeln.
Lässt Microsoft die Frist ungerührt verstreichen, droht eine Geldbuße von 3 Millionen Euro täglich (und in Dollar wird die Zahl noch ein bisschen höher). Bereits im Juli brummte die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dem OS-Monopolisten eine Geldstrafe von 280,5 Millionen Euro auf. Ihr Vorgänger Mario Monti durfte Microsoft schon 2004 eine Geldstrafe wegen Marktmissbrauchs in der Rekordhöhe von 497 Millionen Euro verpassen.
“Ich habe kein ewiges Leben”, schnappte Neelie Kroes, die über die Tricksereien und Verzögerungen sichtlich verärgert ist: “Ich bin nicht beeindruckt, wenn jemand sagt, 90 Prozent der Informationen wären bereits hier, wenn wir 100 Prozent benötigen. Es ist ein Puzzle, und ein paar Teile davon fehlen … Meiner Meinung nach hätten diese Informationen vor ein paar Monaten hier sein sollen.”
Sie besteht darauf, dass die strikte Einhaltung der Regeln entscheidend ist, um Wachstum und Arbeitsplätze in Europa zu fördern. Es müsse gesichert sein, dass Firmen innovativ sind und auch kleinere wie mittelgroße Firmen in den Markt eintreten und erfolgreiche Wettbewerber sein können. Sie werde keinen ökonomischen Nationalismus zulassen und keine schikanösen Praktiken durch Mitgliedsländer oder große Firmen tolerieren.
“Ich bin die Schiedsrichterin des Spiels”, sagte sie. “Ich werde hart und fair sein.”

Linq

Guardian