Burda sackt Gaming-Portale ein

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Noch vor kurzem jammerte der deutsche Medienmogul Hubert Burda, er könne sich keine größeren Web-Portale wie Flickr leisten. Seine eigenen Leute aber seien leider nicht fähig, so etwas zu entwickeln, da sei die Unternehmenskultur vor. Jetzt kauft er eben Gaming-Portale zusammen und will daraus was Großes machen.

Ein “europäisches Videospieler-Netzwerk” soll daraus entstehen, lautet der Plan. Bereits das Scheckbuch gezückt hat Burda für die Londoner IncGames und die Berliner Firma Gamona, bei denen er zwischen 35 und 40 Prozent der Anteile erwarb. Die beiden Portale sollen zusammen auf etwa vier Millionen Gamer und 60 Millionen monatliche Seitenabrufe kommen. Zehn Millionen Kunden rechnet Hubert Burda für die nahe Zukunft hoch.
Eine dritte Beteiligung in einem weiteren europäischen Kernmarkt ist ebenfalls vorgesehen. Insgesamt hat Burda damit schon über 20 Internetfirmen von Abebooks bis zum Geschenkedienst Valentins assimiliert. Außerdem kann die Firma noch eine halbe Milliarde Euros für weitere Zukäufe auftreiben und somit auch größere Akquisitionen angehen, drohte Burdas Technologie-Vorstand bereits an.
Vor kurzem klang das aber noch ganz anders, als Burda gerne Flickr gekauft hätte, das inzwischen Yahoo gehört: “Als deutscher Verleger kommen Sie nicht zum Zug, wenn Sie mit einem amerikanischen Unternehmen wie Yahoo wetteifern müssen.”
Und es klang so ehrlich – das war doch nicht etwa gezielte Desinformation? (bk)

Die Welt