Zune und iPod im Vergleich

Allgemein

Für 250 Dollar ist Microsofts neuer Versuch eines portablen Multimedia-Players seit heute in den USA zu haben. Walter S. Mossberg, die unbestechliche Kolumnisten-Legende des Wall Street Journal, konnte ihn bereits einige Wochen testen.

Mossberg verglich den Zune mit dem in Preis und Ausstattung ähnlichsten iPod-Modell. Der äußere Eindruck konnte Mossberg schon mal nicht überzeugen:
“Wenn man den Zune neben den 30-Gigabyte-iPod legt, dann ergibt das einen starken Kontrast. Der iPod ist schlank, geschmeidig und elegant. Der Zune wirkt groß und klotzig, eher wie der Prototyp eines neuen Geräts als ein fertiges Produkt. Er ist sogar größer, dicker und schwerer als der 80-Gigabyte-iPod, der über mehr als die doppelte Kapazität verfügt.”
Die Bedienbarkeit hingegen fand das Lob des Meisters: “Der Zune-Player und die Software haben ein sehr gutes Benutzer-Interface. Er ist anders, in mancher Hinsicht aber sogar leichter zu benutzen als der iPod.” Er empfand die Songlisten als leicht navigierbar, die wenigen Bedienknöpfe intuitiv zu nutzen, und die Musik klang in seinen Ohren ähnlich gut wie die des Konkurrenten iPod.
Kritikwürdig fand er, dass der Zuner selbst für den Kauf einen einzigen 99-Cent-Songs gleich einen 5-Dollar-Block an Punkten kaufen muss – eine der reichsten Firmen der Welt müsse dafür nicht 4,01 Dollar zurückhalten. Zudem sei das Punktesystem eine leichte Roßtäuscherei, denn 79 Punkte für einen Song entsprechen zwar 99 Cent, lasse aber manchen eben doch an 79 Cent denken. Die Song-Auswahl des Zune-Online-Stores ist bisher auf eine Million (iTunes 3,5 Millionen) Musiktitel begrenzt.
Die Batterielaufzeit des Zune betrug in den Tests mindestens zwei Stunden weniger. War das WLAN eingeschaltet, kam der Zune sogar nur auf 10 Stunden und 12 Minuten im Vergleich zu den 14 Stunden und 44 Minuten des iPod – obwohl dabei keine Songs gesendet oder empfangen wurden.
Mossberg erwartet, dass der Zune einige Konvertiten anzieht und mit der Zeit besser wird. Und diese Art von Konkurrenz durch eine große Firma mit tiefen Taschen und reichlich talentierten Leuten wäre auf lange Sicht gut für die Konsumenten. (bk)

WSJ Personal Technology