Time ernennt Linus Torvalds und Bill Gates zu Helden

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Auf das Podest der Helden der letzten 100 Jahre stellt das US-Nachrichtenmagazin Linus Torvalds, Bill Gates, Tim Berners-Lee und Alan Turing.

Während sicher kaum jemand Alan Turing wie auch dem Web-Erfinder Tim Berners-Lee diese Ehre absprechen möchte, müssen wir schon mal nachfragen, wie genau denn Bill Gates und Linus Torvalds sich dieser Heldenehre würdig erwiesen haben.
Time scheint ohnehin etwas seltsame Maßstäbe anzulegen, wenn Winston Churchill Schulter an Schulter neben Jim Henson steht und Nelson Mandela neben Prinzessin Diana platziert wird.
Laut Time ist Torvalds ein Held, weil er nur 21 Jahre alt war, als er “die Welt veränderte”, indem er den Kernel eines neuen Computer-Betriebssystems namens Linux schrieb. Mehr als 15 Jahre später sieht Time in ihm den Taufpaten der Open-Source-Bewegung, in der der Programmcode miteinander geteilt wird und die Software-Entwicklung in gemeinsamer Zusammenarbeit sowie Verantwortung erfolgt, statt von einem einzelnen Eigentümer unter Verschluss gehalten zu werden. Die Heldenverehrer übersehen dabei, dass Torvalds nur ein Mitglied einer viel größeren Bewegung ist, die auch ohne ihn ihren Weg geht.
Diejenigen, die Torvalds den Heldenstatus abzusprechen geneigt sind, werden vermutlich voll hinter der Entscheidung von Time stehen, dass Bill Gates ein echter Held ist. Time gibt zwar zu, dass es nur ein Mythos ist, Gates wäre der Erfinder von Windows und DOS. Doch Gates war “der Bing Crosby der amerikanischen Technologie, der sich von hier eine Melodie auslieht und eine von dort, um sie alle in Hitparaden-Knaller zu verwandeln”. Das hätten wir auch nicht schöner sagen können.
Gerade wegen seiner “heroischen Taten des Neu-Verpackens” habe er es geschafft, auf dem Rücken der PCs an die Spitze zu kommen, und natürlich, indem er Apple kopierte, um Windows zu erschaffen. So bringt man es heute zum Helden. Steve Jobs hingegen ist kein Held, wenn es nach Time geht. (Nick Farrell/bk)

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