Netzwerk-Kaufentscheidungen müssen gut überlegt sein
Beim Kauf an Heute UND Morgen denken

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Netzwerkmanager müssen bei ihren Kaufentscheidungen stets Zukunftsanforderungen im Blick haben – damit sowohl Mensch als auch Maschine nicht irgendwann zum alten Eisen gehören.

Gute Käufe, schlechte Käufe…

Netzwerk-Kaufentscheidungen müssen gut überlegt sein

Vor ein paar Tagen habe ich mir meinen zwei Jahre alten Wireless LAN Access Point 802.11b angesehen, dem bald der Austausch gegen einen 802.11g wegen einer starken Verbesserung im Datendurchsatz blüht.

Und ich fragte mich. wie ich hätte vermeiden können, meine schwer verdienten Getränkegutscheine in neue Hardware zu stecken. Brauche ich diese zusätzliche Leistung wirklich? Das ist ein sehr interessanter Aspekt und ich begann, ihn etwas genauer zu durchdenken.

Auf meinem Schreibtisch liegt ein Taschenrechner 15c von HP, den ich 1981 gekauft und dafür eine ganze Menge Kohle hingelegt hatte. Er schien für damalige Verhältnisse absolut ausreichend zu sein und ist es noch heute. Deshalb warf ich mal einen Blick in die Kataloge, um die Unterschiede zwischen dem meinigen und den modernen Geräten herauszufiltern und siehe da, es gab wenig Neues. Hatte ich einfach ein glückliches Händchen bei meiner damaligen Entscheidung oder habe ich im Unterbewusstsein nach einem Stück Elektronik gegriffen, das auch nach 25 Jahren noch nicht veraltet ist?

Ein weiteres Beispiel ist der Cisco-Router 4500 in meinem Büro. Ich hatte ihn vor einigen Jahren bei Ebay gekauft und er war schon damals ziemlich alt. Er hat es immer geschafft, jegliches meiner Routing-Probleme zu meistern und zwar gewöhnlich ohne merkliche Belastung für den Prozessor.


Firmware-Update erneuert Geräte ständig

Netzwerk-Kaufentscheidungen müssen gut überlegt sein

Mein Gedächtnis ist zu schwach, um mir alle Cisco-Befehle zu merken, deshalb muss ich sie jedes Mal neu lernen, was auch auf einige der etwas verworreneren Funktionen meines Taschenrechners zutrifft .

Beide Geräte waren ein guter Kauf, jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Der Taschenrechner hat alles gemacht und war solide gebaut; damit ist gemeint, dass er nicht kaputt geht und keine zusätzlichen Funktionen nötig waren.

Beim Router hatte Cisco ein sehr mächtiges System eingebaut, das die Betriebssoftware immer auf den neuesten Stand brachte. Der Router veraltete deshalb nicht im Sinne seiner Leistungsdaten oder des Datendurchsatzes. Er ist aber schon eine große Kiste und im Zeitalter des Energiesparens sehr gefräßig.


Offen für Leistungsgrenzen bleiben!

Netzwerk-Kaufentscheidungen müssen gut überlegt sein

Auch erinnerte ich mich an eine Situation, bei der es um die Dial-Up Modems in den 80er und 90er Jahren ging. Es kamen ständig neue und bessere Produkte auf den Markt bis das V.34 und V90 entwickelt worden waren.

Diese beiden Standards stellten die fundamentalen Leistungsgrenzen der beiden Betriebsarten dar – Wettbewerb ging fast nur noch über den Preis.

Wenn man also heute ein Modem braucht, fällt eine gute Kaufentscheidung leicht, denn wir wissen, dass keine weitere Dial-Up Technologie kommen und das Gerät veralten lassen wird.


Updatefähig? Schauen vor dem Kaufen!

Netzwerk-Kaufentscheidungen müssen gut überlegt sein

All diese Betrachtungen führten mich zu dem Schluss, warum der Kauf meines 802.11b Access-Points eine schlechte Entscheidung war: Zu dem Zeitpunkt war mir klar, dass höhere Geschwindigkeiten möglich sind – aber vollständig aufrüstbare Geräte waren nicht verfügbar: Der Sender war fix und der Prozessor war nicht gut genug, um mit höheren Übertragungsraten fertig zu werden.

Ich hatte eigentlich ausreichend Informationen, um meine Entscheidung hinauszuzögern und Veraltungsfalle zu vermeiden. Dennoch habe ich das Ding gekauft, einfach weil ich es wollte.

Das gleiche ist mir nun mit meinem 802.11g-Gerät passiert – und wahrscheinlich muss ich auch das in zwei Jahren wieder auswechseln.

Als Firmeneinkäufer von IT-Material sollten Sie derartige Fehler vermeiden – ansonsten gehören Sie vielleicht schon bald selbst zum “alten Eisen”. (mk)