“Gestohlenes Video”: Frankreich will 150.000 Euro von Google

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Die “illegale” Veröffentlichung eines Filmes in Google Video ist einem Kläger in Frankreich eine Forderung von 150.000 Euro Schadensersatz wert – eine relativ geringe Summe, die Kritiker einen Urheberrechtsmissbrauch durch den Kläger vermuten lässt.

In der vergangenen Woche wurde Google einer Copyrightverletzung in seinem Videodienst bezichtigt (Business Week berichtete). Online Media Daily zufolge wird in einem Verfahren in Frankreich eine Schadensersatzforderung in Höhe von 150.000 Euro erhoben.

Die angemahnte Videodokumentation hat Google nach eigenen Angaben bereits entfernt und würde somit nach US-Urheberrecht unter die straffreien “Safe Harbor Provisions” fallen. Die Franzosen sehen jedoch ihr eigenes Rechtssystem als wichtiger an – und klagen.

Die Electronic Frontier Foundation unterstützt in diesem Falle Google. Bei den Dokumentationen handele es sich um Werke, die der Öffentlichkeit unbedingt zugänglich gemacht werden müssten – sie wurden mit versteckter Kamera gedreht und sollen umstrittene”Ausbildungstätigkeiten” von “Landmark Education” aufdecken. Die EFF fordert sogar, die Videos an Google Video herauszugeben.

Ob es sich wieder einmal um einen Fall handelt, in dem das Urheberrechtrecht missbraucht wird, um unliebige Berichterstattung zu verhindern (wie das Gewerkschaftsblatt “Menschen machen Medien” derzeit anprangert) oder ob es sich um eine tatsächliche Urheberrechtsverletzung handelt, ist umstritten. (mk)

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