Internet-Provider sollen ausländische Glücksspiele wegfiltern

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Mit Zensurtechniken beabsichtigen die deutschen Bundesländer, ihr angestammtes Lottomonopol zu verteidigen.

Sie wollen nicht nur private Glücksspiel-Angebote aus Deutschland offline wie online verhindern, sondern auch eine Mauer der IP-Filterung gegen die Seiten ausländischer Anbieter errichten. Dieser Einfall soll in den geplanten neuen Staatsvertrag über das Lotteriespiel kommen, wie ein Münchner Nachrichtenmagazin in seiner morgigen Ausgabe berichtet. Das erinnert allerdings an Zensurtechniken, wie sie in China mit williger technologischer Unterstützung amerikanischer Firmen zum Einsatz kommen.
Als Alternative wird offenbar erwogen, die Banken über Aufsichtsbehörden zu verpflichten, Überweisungen deutscher Zocker an ausländische Spieleveranstalter zu verweigern. Die Ministerpräsidenten wollen am 13. Dezember den Staatsvertrag besiegeln.
Dürfen wir die Herren Ministerpräsidenten daran erinnern, dass das mit der Prohibition damals auch nicht geklappt hat? Näheres könnten sie zum Beispiel unterhaltsamen Filmen wie “Manche mögen’s heiß” entnehmen. Den Spaß sollten sie sich vorher mal gönnen. (bk)

Focus-Vorabmeldung