Sony verteilt ein paar PS3 in Japan

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Selbst beim Japan-Start rückte Sony nur eine streng rationierte Anzahl der neuen Spielekonsole Playstation 3 heraus. Es waren vermutlich nicht einmal die 100.000 Exemplare, die offiziell genannt wurden.

Die Spielesüchtigen standen in langen Schlangen schon vor 7 Uhr lokaler Zeit an und wurden oft weggeschickt, noch bevor die Läden öffneten. Teilweise wurden die Warteplätze in der Schlange in den Minuten nach Mitternacht durch Auslosen verteilt. So blieb es den Pechvögeln wenigstens erspart, völlig umsonst eine kalte Novembernacht im Freien zu verbringen. Die glücklichen Gewinner hingegen konnten dann morgens ihr Geld gegen Konsolen tauschen. Gegen Mittag war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei.
In den echten Durch-die-Nacht-Schlangen standen vor allem Hardcore-Gamer, Ausländer sowie Obdachlose, die von Spekulanten angeheuert worden waren. Sie waren zumeist männlich, durch dicke Kleidung gegen die Kälte geschützt, teilweise auch mit Klappstühlen und Spiele-Handhelds ausgerüstet.
Bei den Losgewinnern, die sich erst morgens wieder einfinden mussten, waren die Leute eher alltäglich gekleidet. Unter ihnen waren auch reichlich Kaufinteresentinnen, Eltern mit Kindern und ein paar ältere Leute, die vielleicht eine PS3 für ihre Enkel erwerben wollten.
Vielleicht ist die knappe Lieferfähigkeit für die schon mit den Akku-Rückrufen hart gebeutelte Firma ja ein wahrer Segen, könnte ein Zyniker meinen. Analysten gehen nämlich davon aus, dass Sony auf längere Zeit mit jeder verkauften Konsole Geld verlieren wird. Mitsuhiro Osawa von Mizuho Investors: “Nach allem, was wir wissen, könnte Sony fünf Jahre brauchen, um das in die Playstation 3 investierte Geld wieder einzuspielen. Vielleicht sogar 10 Jahre, wenn sie nicht aufpassen.”
Sie haben aber noch nicht aufgegeben und wollen doch noch klotzen. Zum US-Start am 17. November sollen 400.000 Einheiten verfügbar sein. Bis Ende März wollen sie bereits 6 Millionen Konsolen ausgeliefert haben. Diese zeitliche Angabe hat vermutlich damit zu tun, dass japanische Firmen das Geschäftsjahr traditionell am 31. März abschließen – in manchen Gegenden der Welt gehen eben nicht nur die Uhren anders.
In Japan selbst will Sony wöchentlich jeweils weitere 100.000 Spielmaschinen auswerfen und käme damit auf insgesamt 400.000 bis Dezember. Das wiederum ist ein denkwürdiger Zufall, denn dann will Nintendo mit 400.000 Konsolen der Wii-Generation an den Start gehen. (bk)

BBC
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