Gates: Wir lassen Vista nicht kastrieren

Allgemein

Software-König Sir William Gates III gibt den harten Mann, auch wenn die Stimmlage nicht ganz dazu passt.

Der Oberbefehlshaber der Borg-Heerscharen befindet sich gerade in Europa auf Werbetour für die anstehende Einführung von Windows Vista für Geschäftskunden. Zumindest in der Wortwahl war er nicht königlich zurückhaltend:
“Die Wettbewerber haben versucht, mit Hilfe der Regulierer das Produkt zu kastrieren”, erklärte er, doch dabei seien sie kläglich gescheitert. “Ich würde nicht sagen, dass die Frage des Monopolmissbrauchs überhaupt eine besondere Rolle gespielt hat.”
Vista habe die hochgefahrenen Sicherheitsfeatures behalten, über die sich die Firmen Symantec und McAfee beschwert hatten, und dabei bleibe es auch. Mit den Wettbewerbshütern der EU verstehe man sich doch ganz ausgezeichnet und sei “jeden Schritt des Weges” gemeinsam gegangen.
Am Dienstag traf der Microsoft-Mitgründer den Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso. Über lästige Monopolfragen sollen die Herren dabei aber nicht geplaudert haben, sondern nur über über Gates’ philanthropische Neigungen und die nach ihm benannte Stiftung.
Philanthropie heißt auch Menschenfreundlichkeit, Menschenliebe. Ubuntu Linux wiederum bezieht seinen Namen aus dem afrikanischen Wort für “Menschlichkeit” und das “universelle Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet”. Bald gibt es nur noch Menschenfreunde in der IT-Branche – aber kastriert wird nicht. (Nick Farrell/bk)

Linq
Sidney Morning Herald