Windows Vista RC2
Vistas Generalprobe

BetriebssystemSoftwareWorkspace

Chaos prägt die letzten Tage der Vista-Entwicklung. Während der Release Candidate 2 keine neuen Funktionen bringt, schraubt Microsoft noch an den Security-APIs.

Microsoft öffnet seine Download-Server

Windows Vista RC2

Mit Erscheinen dieser Ausgabe will Microsoft den XP-Nachfolger Windows Vista für Geschäftskunden ausliefern. Um noch ein letztes Mal die Qualität des neuen Betriebssystems testen zu lassen, öffnete Microsoft für drei Tage seine Download-Server und verteilte so den Release Candidate 2 (Build 5744) an registrierte Tester des Customer Preview Programs. In den 72 Stunden registrierte Microsoft 200 000 Downloads.

Bild: Zweimal Vista: Mit Virtual PC 2007 lässt sich eine virtuelle Maschine mit Vista unter dem XP-Nachfolger betreiben.


Der letzte Test

Windows Vista RC2

Wer noch mal mit neuen Funktionen gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Microsoft hat nur noch Fehler bereinigt, das nach eigenen Angaben aber gründlich. So sollen über 1000 gemeldete Bugs seit dem letzten RC ausgebügelt worden sein. Der Eindruck im Testlabor ist recht gut. Installation und Betrieb laufen noch mal flüssiger ab als unter den vorherigen Builds.

Auf den fünf Test-PCs mit unterschiedlicher Hardware-Konfiguration gibt es aber doch noch kleine Stolperfallen. Etwa funktionieren Maus und Tastatur beim Aufwachen aus dem Ruhezustand auf einer Testmaschine nicht, auf einer anderen arbeitet der RAID-Controller nicht zuverlässig.


Geänderte Security-APIs

Windows Vista RC2

Doch Microsoft beschränkt sich in den letzten Tagen der Vista-Entwicklung nicht ausschließlich auf Fehlerbereinigung. Öffentliche Beschwerden von Security-Herstellern wie Symantec und McAfee haben bewirkt, dass Microsoft noch einmal an seinen Security-APIs schraubt. Der Stein des Anstoßes ist der Windows Defender, das eingebaute Anti-Spyware-Programm in Vista. Microsoft pflanzt sein eigenes Security-Tool tiefer ins System und bietet den Drittherstellern lediglich die Möglichkeit, darüber aufzusetzen.

Doch Vista ist auf der Zielgeraden; das sieht man auch daran, dass es bereits die fertigen Lizenzbedingungen zum Download gibt, momentan aber leider nur in Englisch (www.microsoft.com/about/legal/useterms). In dem 14-seitigen Dokument sticht vor allem eine Neuheit gegenüber Windows XP ins Auge:

Unter Punkt 5 »Validation« wird die Gültigkeitsprüfung von Vista erklärt. Dabei heißt es, dass Vista von Zeit zu Zeit die eigene Gültigkeit überprüft (Windows Genuine Advantage, WGA); also etwa, ob der Lizenzschlüssel in Ordnung ist und Vista korrekt aktiviert wurde. Neben Betriebssystem und Geräteinfos wird auch die IP-Adresse übertragen. Es wird auch festgelegt, dass Betreiber ungültiger Installationen mit Funktionseinschränkungen rechnen müssen.


Virtual PC 2007

Windows Vista RC2

Eine erste Beta von Virtual PC 2007 läuft bereits auf Vista als Host-System und kann das aktuelle Build in einer virtuellen Umgebung laufen lassen. Etwas überdimensioniert sind allerdings die Standard-Hardware-Einstellungen für Vista in der virtuellen Maschine. So schlägt Virtual PC vor, eine 65 GByte große Systempartition zu erzeugen. Das ist im PCpro-Test nicht nötig: 15 GByte reichen aus.