Investitionshürden bei Vista geringer als befürchtet
Windows Vista: Kein Problem für den modernen PC

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Warnende Stimmen, denen zufolge Vistas Hardware-Voraussetzungen gängige PCs überfordern könnten, sind wohl etwas zu pessimistisch. Derzeit gängige PCs reichen in den meisten Fällen aus.

Hardware-Anforderungen übertrieben?

Investitionshürden bei Vista geringer als befürchtet

Es wurde schon viel über Windows Vista, Microsofts Betriebssystem der nächsten Generation, geschrieben,. Die Herausgabe an Großabnehmer noch in diesem Monat soll die Gefahr bannen, dass noch in letzter Minute auftauchende Bugs den Erscheinungstermin abermals verzögern.

Vielerorts wurden die angeblich enormen Systemanforderungen beklagt, einige sagten sogar voraus, dass ein Großteil der Benutzer sich einen neuen PC anschaffen müssten, um die neue Plattform in zufriedenstellendem Umfang nutzen zu können. Doch entspricht das wirklich der Realität?

Zugegeben, Windows Vistas Systemanforderungen sind höher als die von Windows XP. Vista braucht einen “modernen Prozessor (mindestens 800 MHz), 512 MByte Systemspeicher und einen Grafikprozessor, der DirectX 9-fähig ist”, so die Angaben von Microsoft. Doch diese Anforderungen werden von jedem PC erfüllt oder gar überschritten, der innerhalb der letzten 3 Jahre erworben wurde. Das Nachsehen haben nur die Unternehmen, die in dieser Zeit sämtliche Hardware-Investitionen auf Eis legten – nur auf sie kommen hohe Hardwarekosten zu, wenn sie auf Vista umsteigen wollen.


Nur Premium-Funktionen schlucken Power

Investitionshürden bei Vista geringer als befürchtet

Dabei handelt es sich freilich um Mindestanforderungen, und um in den Genuss von Vistas Premium-Features wie der Aero-Benutzeroberfläche zu kommen, muss der PC etwas mehr auf dem Kasten haben, nämlich mindestens einen 1-Gigahertz-Prozessor, 1 GByte Systemspeicher sowie einen Grafikadapter, der mit Microsofts neuem Windows Display Driver Model (WDDM) kompatibel ist 32-Bit-Farben verarbeiten kann.

Aber selbst diese Anforderungen liegen nicht wirklich über dem Durchschnitt für gängige Systeme. Ich habe diesen Artikel zum Beispiel auf einer Maschine mit einem 3-GHz-Pentium-4-Prozessor und 1 GByte Speicher geschrieben, und der war zum Zeitpunkt seiner Einführung nicht gerade ein Hit in Sachen Performance.

Im Grund war es schon immer so: Jedes neue Betriebssystem stellte höhere Anforderungen an die Hardware als seine Vorgänger. Wenn Vista nun nach XP einen etwas größeren Sprung nach vorne macht, ist immerhin zu bedenken, dass XP bereits 5 Jahre alt ist. Zu der Zeit waren die schnellsten PCs mit 2 GHz bestückt, und nur Power User brauchten mehr als einen 256 MByte großen Speicher.


Viele Fehlinformationen über Vistas Oberfläche Aero

Investitionshürden bei Vista geringer als befürchtet

Es scheint eine ganze Menge falscher Informationen über Vistas Aero-Benutzeroberfläche im Umlauf zu sein, allen voran das Gerücht, dass diese einen teuren 3-D-fähigen Hochleistungs-Grafikadapter erfordere, ähnlich den auf den Spiele-Betrieb ausgerichteten Produkten von Nvidia- und ATI. Das stimmt aber nicht. Ich habe etliche von Vistas Pre-Releases getestet und kann versichern, dass die Aero-Features genauso gut mit Intels eingebauten Grafikfunktionen arbeiten, wie etwa denen im Q965-Chip, der sich gerade seinen Weg in die Dual-Core-Desktops der Unternehmen bahnt.

Wie so oft steckt der Teufel im Detail. Vista ist in der Lage, für den betreffenden Computer eine Leistungsbewertung – den sogenannten Windows Experience Index – zu erzeugen, und zwar für Prozessor, Speicher sowie Grafik- und Laufwerksysteme. Der PC muss auf der Skala einen Wert von 3.0 oder mehr erreichen, um dem Benutzer Aero anbieten zu können. Das bedeutet, dass jedes Subsystem mehr als die 3 erhalten muss. Man könnte also das Pech einer zu langsamen Festplatte oder zu wenig Speicher haben und damit um den Genuss der Aero-Features kommen.

IT-Abteilungen sollten sich aber auch nicht zu sehr auf Aero versteifen: Es unterscheidet sich nicht gravierend von der Vista-Standardoberfläche, sieht nur etwas schicker aus mit seinem Transparenz-Look und den Animationen und anderen visuellen Effekten. Ein Anwender, der mit einer Vista-Standardoberfläche vertraut ist, wird sich leicht auf Aero umstellen können, und umgekehrt.